Banjo Recompiled – Banjo-Kazooie als nativer Port mit Mod-Support

Banjo-Kazooie als native App statt Emulator: Banjo Recompiled bringt modernes Rendering, Komfort-Settings und Mod-Support und läuft unter Windows, macOS und Linux.

Dieser Artikel hat eine Lesedauer von 4 minutes Minuten.

Banjo Recompiled – Banjo-Kazooie als nativer Port mit Mod-Support

Banjo: Recompiled ist ein Projekt, das auf N64: Recompiled aufsetzt. Die Idee dahinter ist technisch spannend, aber im Alltag vor allem praktisch: Banjo-Kazooie wird statisch in ein natives Programm übersetzt, also in einen Port, der sich wie eine normale Desktop-App startet und anfühlt.

Für die Grafik nutzt das Projekt RT64 als Rendering-Engine. Das öffnet die Tür für typische Verbesserungen, die man sonst oft nur über Emulator-Optionen oder inoffizielle Patches bekommt, nur eben in einem klaren, portartigen Paket. Finden könnt ihr das Repo hier.

Plattformen: Windows, macOS und Linux

Angenehm ist auch, dass das Ganze nicht auf ein Betriebssystem festgenagelt ist. Banjo Recompiled läuft unter Windows, macos und Linux. Damit passt es gut in den aktuellen Trend, Retro-Spiele nicht nur zu archivieren, sondern in einer Form nutzbar zu machen, die im Alltag weniger Reibung erzeugt als klassische Emulator-Setups.

Wichtiger Hinweis zur ROM: Nur NTSC-U, und du brauchst eine eigene Kopie

Ein Punkt ist nicht verhandelbar: Um Banjo Recompiled zu nutzen, brauchst du eine ROM, und das Projekt akzeptiert nach meinem Stand nur die NTSC-U-Version. Das heißt praktisch: PAL oder andere Revisionen funktionieren nicht, selbst wenn sie in anderen Kontexten (zum Beispiel in Emulatoren) laufen. Der SHA für die richtige ROM ist 1fe1632098865f639e22c11b9a81ee8f29c75d7a.

Hinweis: Nutze dafür nur eine ROM, die du aus einer legalen, eigenen Kopie des Spiels erstellt hast. Banjo Recompiled ist kein Ersatz für die Spieldatei, sondern setzt sie voraus.

Einstellungen im Alltag: Controller, Bild und Anti-Aliasing

Bei den Settings merkt man schnell, dass der Fokus auf normaler Nutzung liegt. Ich spiele mit einem Switch 1 Pro Controller, und das hat bei mir ohne großes Herumprobieren funktioniert.

Controller Settings von BanjoRecomp

Gerade bei solchen Projekten ist das für mich ein relevanter Komfortfaktor: weniger Basteln, schneller im Spiel.

Grafikseitig gibt es ein paar Stellschrauben, die ich im Alltag tatsächlich nutze:

Grafik Settings von BanjoRecomp

Downsampling lässt sich auf Off, 2x oder 4x stellen. Das ist eine simple Option, die je nach Display und persönlicher Vorliebe sichtbar wirkt, ohne dass man sich durch zehn Untermenüs kämpfen muss.

Die Aspect Ratio ist ein weiterer Punkt, der in Retro-Titeln sofort auffällt. Hier kannst du das Seitenverhältnis passend einstellen, statt mit einer Einheitslösung zu leben.

Für die Darstellung gibt es Fullscreen und Window Mode. Ich nutze Window Mode gern zum schnellen Testen von Settings, Fullscreen dann fürs eigentliche Spielen.

Anti-Aliasing lässt sich auf None, 2x oder 4x setzen. Das ist genau die Art Auswahl, die ich mag: überschaubar, nachvollziehbar, und man sieht sofort, was sich verändert.

Performance auf einem MacBook M2 Pro: Sehr flüssig, mit einer auffälligen Ausnahme

Auf meinem MacBook M2 Pro läuft Banjo Recompiled insgesamt sehr flüssig. Das ist für mich einer der Hauptgründe, warum solche Recompiled-Projekte interessant sind: Man bekommt Retro-Spiele in einer Form, die sich modern anfühlt, ohne dass man dafür zwingend an einem Emulator-Ökosystem hängen muss.

BanjoRecomp grafik

Eine Ausnahme ist mir aber reproduzierbar aufgefallen: Wenn ich BanjoRecomp schließe, erscheint bei mir eine Fehlermeldung. Nichts besonders Dramatisches, darüber kann man hinwegsehen.

Mod-Support: Spannend, wenn du mehr willst als nur das Original

Ein großer Unterschied zu vielen klassischen Port-Versuchen ist der explizite Mod-Fokus. Banjo Recompiled ist nicht nur ein “läuft irgendwie”-Projekt, sondern zielt auch auf umfangreichen Mod-Support.

Das ist vor allem dann interessant, wenn du Banjo-Kazooie nicht nur konservieren, sondern erweitern willst, also neue Inhalte, Anpassungen oder Experimente aus der Community.

Gerade in der emulation-Nähe ist das ein bemerkenswerter Shift: Statt alles über Emulator-Hooks zu lösen, bekommt Modding hier eine portartige Grundlage.

Fazit: Der pragmatische Mittelweg

Banjo Recompiled ist für mich eine dieser Lösungen, die Retro-Gaming alltagstauglicher machen. Es ist nicht der Versuch, das Original neu zu erfinden, sondern ein sehr pragmatischer Weg: native Ausführung, moderne Render-Optionen, klare Settings und Mod-Support, ohne dass man sich durch ein komplettes Emulator-Setup arbeiten muss.

Wenn du die NTSC-U-ROM in legaler Form zur Hand hast und ein unkompliziertes Spielerlebnis suchst, ist das Projekt einen Blick wert. Und wenn du gern an Settings drehst oder Mods ausprobierst, liefert es dafür eine angenehm klare Basis.

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