Ihr habt mich auf Social Media extrem oft gefragt, wie gut die Akkulaufzeit des AYN Thor wirklich ist.
Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Der Grund ist simpel:
Der AYN Thor ist kein geschlossenes System, sondern ein hochgradig konfigurierbares Android-Gerät mit:
- unzähligen Emulatoren
- individuellen Emulator-Settings
- unterschiedlichen Spielen
- einem zweiten Screen, der optional genutzt oder deaktiviert werden kann
Allein dadurch ergeben sich unzählige Kombinationen, die Einfluss auf den Akku haben.
Um trotzdem vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, habe ich mich für 11 klar definierte Tests entschieden.
Einheitliche Grundeinstellungen
Diese Einstellungen galten für alle 11 Tests:
- beide Screens: 60 % Helligkeit
- falls ein Screen deaktiviert war: 0 %
- Lautstärke beider Screens: 20 %
- WLAN: immer aktiv
- Bluetooth: immer aktiv
- alle Apps geschlossen, außer die genutzten
- Lüfter: Quiet Mode
- Performance Mode: Standard
- Raumtemperatur: 22–24 °C
- YouTube (falls aktiv): 720p
- Start jedes Tests bei 100 % Akkuladung
- Testdauer: 60 Minuten
- Messung: verbrauchte Prozentpunkte + Temperatur
Warum Quiet Mode beim Lüfter? Dazu später mehr, Spoiler: Für den Alltag ist das nicht optimal.
Benchmark 1: Game Boy Color – Pokémon Crystal
- aktiver Screen: unten
- oberer Screen: aus
- Verbrauch nach 60 Minuten: 5 %
- Temperaturanstieg: +2 °C
Kaum Performance-Anforderungen, minimaler Verbrauch.
Mit optimierten Settings wären hier 20+ Stunden Laufzeit realistisch.
Benchmark 2: Game Boy Advance – Pokémon Smaragd
- aktiver Screen: oben
- unterer Screen: aus
- Verbrauch: 5 %
- Temperaturanstieg: +8 °C
Gleicher Verbrauch wie beim GBC, aber deutlich mehr Hitze.
Benchmark 3: PSP – GTA Liberty City Stories
- aktiver Screen: oben
- unterer Screen: aus
- Verbrauch: 6 %
- Temperatur: 52 °C (+11 °C)
Überraschend effizient, nur minimal mehr Verbrauch als GBA/GBC.
Benchmark 4: PSP + YouTube – Digimon Adventure
- Verbrauch: 8 %
- Temperatur: 55 °C
YouTube erhöht hier:
- Verbrauch um 2 %
- Temperatur um +3 °C
Benchmark 5: Nintendo 64 – Star Wars: Battle for Naboo
- aktiver Screen: oben
- unterer Screen: aus
- Verbrauch: 8 %
- Temperatur: 46 °C
Trotz maximaler Settings deutlich kühler als PSP.
Benchmark 6: Nintendo 64 + YouTube – Pokémon Stadium
- Verbrauch: 8 % (gleich wie ohne YouTube)
- Temperatur: 53 °C
Spannend:
YouTube erhöht hier nur die Temperatur, nicht den Verbrauch.
Benchmark 7: Nintendo DS – Mario Kart DS
- beide Screens: aktiv
- Verbrauch: 9 %
- Temperatur: 57 °C
DS und 3DS gehören zu den thermisch anspruchsvolleren Systemen.
Benchmark 8: Nintendo GameCube – Metroid Prime
- unterer Screen: aus
- Verbrauch: 9 %
- Temperatur: 58 °C
Hier zeigt sich schon: Smart Mode für den Lüfter wäre sinnvoll.
Benchmark 9: GameCube + YouTube – Super Smash Bros. Melee
- Verbrauch: 9 %
- Temperatur: 62 °C
Gleicher Verbrauch wie ohne YouTube, aber spürbar mehr Hitze.
Benchmark 10: Nintendo 3DS – Super Smash Bros.
- beide Screens: aktiv
- Verbrauch: 14 %
- Temperatur: 67 °C
Rechnerisch:
- ca. 7 Stunden Laufzeit Realistisch:
- eher 5–6 Stunden
Benchmark 11: 4K-Ausgabe am Fernseher – Mario Party 4
- Ausgabe: 4K über USB-C
- Controller: 2× Switch Pro Controller (Bluetooth)
- Verbrauch: 17 %
- Temperatur: 78 °C
Das war deutlich spürbar heiß.
Klare Empfehlung:
Bei solchen Szenarien immer Smart Mode nutzen.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Von geringstem zu höchstem Verbrauch:
- Game Boy Color / GBA
- PSP
- Nintendo 64
- Nintendo DS
- GameCube
- Nintendo 3DS
- 4K-Ausgabe
YouTube-Effekt
- Verbrauch: meist 0–2 % Unterschied
- Temperatur: spürbar höher
YouTube ist energetisch weniger kritisch als gedacht, thermisch aber relevant.
Temperatur & Ergonomie
- bis ca. 53 °C kaum spürbar
- ab 60 °C merkt man Hitze am unteren Screen
- an den Sticks keine Hitze spürbar
Kritik am Testaufbau
Der perfekte Akkutest wäre:
- von 100 % bis 5 %
- komplette Laufzeit messen
Warum habe ich das nicht gemacht?
- schon diese Tests: 11 Stunden
- vollständige Entladung: 90–100 Stunden Testzeit
Akkus entladen nicht linear – deshalb sind 1-Stunden-Tests nur Annäherungen.
Trotzdem zeigen sie sehr gut, welche Systeme besonders energiehungrig sind.
Fazit
Der Akku des AYN Force ist sehr stark, aber:
- Performance
- System
- Screens
- YouTube
- Kühlung
haben massiven Einfluss.
Für den Alltag gilt:
- Smart Mode beim Lüfter aktivieren
- unnötige Screens deaktivieren
- Settings bewusst wählen
So könnt ihr die Akkulaufzeit deutlich optimieren! Du siehst dir lieber Videos an?