Salzburg wird oft über Tourismus, Kultur und Lebensqualität erzählt. Das stimmt, greift aber zu kurz. Auch hier entstehen Startups, digitale Produkte und Unternehmen, die mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdienen.
Salzburgs Startups brauchen mehr Sichtbarkeit
Ich habe auf MeinBezirk einen kurzen Companion-Artikel über Startups in Salzburg veröffentlicht. Darin geht es nicht um eine vollständige Analyse der Szene, sondern um eine erste Übersicht. Genannt werden unter anderem sproof, myflexbox, 21bitcoin, Authentic Vision und NUKKUAA.
Der Beitrag ist bewusst einfach gehalten. MeinBezirk ist kein Fachmedium für Venture Capital, Produktstrategie oder digitale Geschäftsmodelle. Der Artikel soll deshalb vor allem eine Tür öffnen: Wer Salzburg bisher nur mit Tourismus, Kultur, Handel oder Lebensqualität verbindet, soll sehen, dass hier auch technologische Unternehmen entstehen.
Eine Kolumne, die bisher niemand wollte
Ursprünglich hatte ich eine größere Idee. Ich wollte einigen heimischen Zeitungen eine regelmäßige Startup-Kolumne pitchen. Der Ansatz war einfach: Salzburger Startups, aber auch Wiener Startups, Gründer:innen und Investor:innen interviewen. Nicht als PR-Format, sondern als verständliche Wirtschafts- und Technologieberichterstattung.
Die Idee dahinter war, Startups sichtbarer zu machen und gleichzeitig ein breiteres Publikum an Themen wie Gründung, Finanzierung, Produktentwicklung und digitale Geschäftsmodelle heranzuführen. Gerade regionale Medien könnten hier eine wichtige Rolle spielen. Sie kennen ihre Orte, ihre Unternehmen und ihre Leser:innen. Sie könnten zeigen, dass Innovation nicht nur in Wien, Berlin oder München passiert.
Bisher ist daraus aber keine Kolumne geworden. Vielleicht war die Idee zu nischig. Vielleicht fehlte der unmittelbare Nachrichtenwert. Vielleicht ist das Thema in vielen Redaktionen noch nicht stark genug verankert. Das ist okay. Nicht jede Idee findet sofort einen Platz.
Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck
Natürlich löst ein Artikel keine strukturellen Probleme. Ein Beitrag auf MeinBezirk bringt keinem Startup automatisch Kund:innen, Investor:innen oder Talente. Aber Sichtbarkeit beginnt oft klein. Ein Name taucht auf. Eine Idee bleibt hängen. Eine Gründerin wird von jemandem kontaktiert, der vorher nichts von ihrem Unternehmen wusste.
Gute regionale Berichterstattung kann genau das leisten. Sie kann nicht jedes Startup retten. Sie kann aber helfen, ein Ökosystem verständlicher zu machen. Sie kann zeigen, welche Themen entstehen, welche Unternehmen relevant werden und welche Lücken es noch gibt.
Für mich ist das auch eine journalistische Aufgabe. Tech-Berichterstattung darf nicht nur auf große Plattformen, internationale Konzerne und bekannte Finanzierungsrunden schauen. Sie sollte auch erklären, was vor der eigenen Haustür passiert. Gerade dort wird oft sichtbar, wie digitale Geschäftsmodelle im Alltag ankommen.



