Trump, Zuckerberg und Bezos: Wie Techchefs die Nähe zur Macht suchen
Donald Trump soll Elon Musk Nachrichten von Mark Zuckerberg und Jeff Bezos gezeigt haben. Was das über die Nähe der Techbranche zur Politik verrät.
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Donald Trump soll Elon Musk private Nachrichten von Mark Zuckerberg und Jeff Bezos gezeigt und die Annäherungsversuche der beiden Techunternehmer verspottet haben. Das berichten Maggie Haberman und Jonathan Swan in ihrem Buch „Regime Change: Inside the Imperial Presidency of Donald Trump“, das am 23. Juni 2026 erscheint. Die Episode zeigt, wie persönlicher Zugang zum US-Präsidenten für Techkonzerne zur wirtschaftlichen und politischen Ressource wird.
Was Trump Musk über Zuckerberg und Bezos gezeigt haben soll
Donald Trump soll private Nachrichten einflussreicher Techunternehmer nicht nur gelesen, sondern auch anderen Personen gezeigt haben. Das berichten die New-York-Times-Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan in ihrem Buch “Regime Change: Inside the Imperial Presidency of Donald Trump”.
Wired konnte das Buch vor seiner Veröffentlichung einsehen. Dem Bericht zufolge erzählte Trump Gästen von Nachrichten, die er nach seinem Wahlsieg 2024 von Führungskräften aus der Technologiebranche erhalten hatte. Anschließend soll er Teile der Kommunikation auf seinem Smartphone gezeigt haben.
Das Buch erscheint laut Simon & Schuster am 23. Juni 2026. Die geschilderten Nachrichten selbst sind bislang nicht öffentlich. Die Darstellung stützt sich daher auf die Recherchen der beiden Autoren und die vorab von Wired eingesehene Buchfassung.
Zuckerberg soll einen Brief seines Kindes weitergeleitet haben
Eine der beschriebenen Nachrichten soll von Meta-Chef Mark Zuckerberg stammen. Laut dem Buch schickte er Trump das Foto eines Briefes, den eines seiner Kinder geschrieben hatte. Darin soll sich das Kind auf das “goldene Zeitalter Amerikas” gefreut haben. Trump hatte diese Formulierung zuvor selbst im Wahlkampf verwendet.
Trump soll die Aufnahme später mehreren Gästen gezeigt haben. Der Vorgang wird im Buch als Beispiel dafür beschrieben, wie persönlich einige Techunternehmer nach der Wahl den Kontakt zum künftigen Präsidenten suchten.
Welche Absicht Zuckerberg mit der Nachricht verfolgte, lässt sich von außen nicht sicher beurteilen. Ein persönlicher Glückwunsch an einen gewählten Präsidenten ist zunächst nicht ungewöhnlich. Durch die Weitergabe des Familienbriefes erhielt die Nachricht jedoch einen privaten Charakter, den Trump laut dem Bericht später für seine eigene Erzählung über den Machtwechsel nutzte.
Meta reagierte gegenüber Wired nicht auf die konkreten Schilderungen.
Bezos sprach mit Trump über die Washington Post
Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos soll mehrfach den persönlichen Kontakt zu Trump gesucht haben. Haberman und Swan berichten von einem gemeinsamen Abendessen in Trumps Anwesen Mar-a-Lago im Dezember 2024.
Trump habe dabei die Berichterstattung der Washington Post kritisiert. Bezos, dem die Zeitung seit 2013 gehört, soll daraufhin selbst abwertend über das Unternehmen und dessen wirtschaftliche Entwicklung gesprochen haben. Zusätzlich soll er Trump per Nachricht ein gemeinsames Foto mit seiner damaligen Verlobten und heutigen Ehefrau Lauren Sánchez geschickt haben.
Die Schilderung ist deshalb relevant, weil Bezos nicht nur Eigentümer eines Medienhauses ist. Mit Amazon und dem Raumfahrtunternehmen Blue Origin ist er zugleich von politischen Rahmenbedingungen, öffentlichen Aufträgen und Entscheidungen der US-Regierung betroffen.
Im Juli 2025 soll Bezos Trump laut dem Buch darum gebeten haben, bei staatlichen Raumfahrtaufträgen stärker auf mehrere Anbieter zu setzen. Das hätte Blue Origin zusätzliche Chancen im Wettbewerb mit Elon Musks SpaceX verschaffen können. Trump habe eine Prüfung zugesagt, zu einer entsprechenden Entscheidung sei es jedoch nicht gekommen.
Eine mit Bezos vertraute Person erklärte gegenüber Wired, der Unternehmer habe mit Trump so zusammengearbeitet wie mit früheren US-Präsidenten. Blue Origin beantwortete die konkrete Anfrage des Magazins nicht.
Musk kommentierte die Annäherungsversuche
Besonders aufschlussreich ist die Rolle von Elon Musk. Trump soll ihm einige der Nachrichten gezeigt und dabei an die frühere Distanz von Zuckerberg und Bezos erinnert haben. 2016 hätten sie ihn abgelehnt, nun würden sie seine Nähe suchen, soll Trump sinngemäß erklärt haben.
Musk bezeichnete die Nachrichten laut dem Buch als “First-class groveling”. Auf Deutsch lässt sich das ungefähr mit “Unterwürfigkeit erster Klasse” übersetzen.
Damit stand Musk in dieser Situation auf der Seite Trumps. Er gehörte nach der Wahl selbst zum engsten Kreis des Präsidenten und war zugleich ein wirtschaftlicher Konkurrent von Bezos. SpaceX und Blue Origin konkurrieren unter anderem um staatliche Aufträge und den Zugang zu wichtiger Raumfahrtinfrastruktur.
Auch Musk reagierte gegenüber Wired nicht auf die konkrete Darstellung. Das Weiße Haus ging ebenfalls nicht direkt auf die beschriebenen Gespräche ein. Ein Sprecher erklärte lediglich, Trump wolle mit amerikanischen Unternehmen und deren Führungskräften zusammenarbeiten.
Die Nähe der Techbranche war öffentlich sichtbar
Dass führende Techunternehmer nach der Wahl 2024 die Nähe zu Trump suchten, war schon zuvor erkennbar. Bei seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 befanden sich Zuckerberg, Bezos, Musk, Google-Chef Sundar Pichai und Apple-Chef Tim Cook unter den prominent platzierten Gästen.
Aufnahmen der Associated Press zeigten die Unternehmer gemeinsam in der Rotunde des US-Kapitols. Die Bilder wurden zum Symbol für das veränderte Verhältnis zwischen der Regierung und einer Branche, die Trump während seiner ersten Amtszeit häufig kritisiert hatte.
Auch auf Unternehmensebene waren Veränderungen sichtbar. Meta kündigte im Januar 2025 an, sein externes Faktenprüfungsprogramm in den USA zu beenden und durch ein System mit Community Notes zu ersetzen. Das Unternehmen begründete den Schritt offiziell mit dem Wunsch nach mehr Meinungsfreiheit und weniger Fehlentscheidungen bei der Moderation.
Ein direkter Zusammenhang zwischen einzelnen persönlichen Nachrichten und solchen Unternehmensentscheidungen ist damit nicht belegt. Die zeitliche Nähe zeigt jedoch, wie schnell sich die Kommunikation zwischen Teilen der Technologiebranche und dem politischen Machtzentrum verändert hatte.
Nähe zur Macht ist kein privater Austausch
Die geschilderten Nachrichten sind keine belanglose Anekdote über verletzte Eitelkeiten. Sie zeigen, wie führende Techunternehmer nach Trumps Wahlsieg den direkten Zugang zum Präsidenten suchten. Dabei ging es nicht nur um persönliche Glückwünsche. Bezos soll später konkrete Interessen von Blue Origin bei staatlichen Raumfahrtaufträgen angesprochen haben. Musk verfügte zeitweise selbst über unmittelbaren politischen Einfluss. Meta änderte kurz vor Trumps Amtsantritt zentrale Regeln seiner Plattform. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Vorgängen ist nicht belegt. Die wirtschaftlichen Interessen hinter der Annäherung sind jedoch offensichtlich.
Trump soll die privaten Nachrichten vor Gästen geöffnet und gemeinsam mit Musk verspottet haben. Damit machte er vertrauliche Kommunikation zu einer öffentlichen Machtdemonstration im kleinen Kreis. Die Botschaft war klar: Unternehmer, die Trump zuvor kritisiert hatten, bemühten sich nun um seine Aufmerksamkeit. Trump bestimmte nicht nur, wer Zugang erhielt. Er entschied auch, wie dieser Zugang dargestellt wurde.
Besonders problematisch ist die Abhängigkeit der beteiligten Unternehmen von staatlichen Entscheidungen. Amazon, SpaceX, Blue Origin und Meta sind von Regulierung, öffentlichen Aufträgen, Wettbewerbsrecht und politischem Wohlwollen betroffen. Persönliche Kontakte zur Regierung können deshalb wirtschaftlichen Wert haben. Wenn Unternehmenschefs ihre Nähe zum Präsidenten über private Nachrichten, Abendessen und persönliche Gesten herstellen, verschwimmen die Grenzen zwischen politischem Austausch, Lobbyarbeit und Loyalitätsbekundung.
Dass die Originalnachrichten nicht veröffentlicht wurden, begrenzt die Überprüfbarkeit einzelner Formulierungen. Es gibt bislang auch keinen Beleg für eine konkrete Gegenleistung. Das ändert jedoch nichts am zentralen Befund: Einige der mächtigsten Unternehmer der USA suchten nach der Wahl demonstrativ die Nähe zu Trump, während Trump diese Annäherung als Beleg persönlicher Unterwerfung präsentierte. Das ist kein normaler Dialog auf Augenhöhe. Es ist ein System, in dem politischer Zugang zur Ressource wird und wirtschaftliche Macht sich der politischen Macht sichtbar annähert.
FAQ
Was soll Donald Trump mit den privaten Nachrichten gemacht haben?
Laut einem vorab veröffentlichten Buchauszug zeigte Trump Gästen Nachrichten von Mark Zuckerberg und Jeff Bezos und kommentierte sie gemeinsam mit Elon Musk.
Woher stammen die Berichte über die Nachrichten?
Die Schilderungen stammen aus dem Buch “Regime Change” von Maggie Haberman und Jonathan Swan. Wired konnte das Buch vor der Veröffentlichung einsehen.
Haben Zuckerberg, Bezos oder Musk die Darstellung bestätigt?
Meta, Elon Musk und Blue Origin äußerten sich gegenüber Wired nicht direkt zu den geschilderten Vorgängen. Die ursprünglichen Nachrichten wurden nicht veröffentlicht.
Welche Nachrichten soll Trump von Zuckerberg und Bezos gezeigt haben?
Laut dem Buch “Regime Change” zeigte Trump Gästen unter anderem eine persönliche Nachricht von Mark Zuckerberg und sprach über Nachrichten sowie Annäherungsversuche von Jeff Bezos.


