Microsoft ersetzt OpenAI bei Bildern in PowerPoint und Bing

Microsoft setzt in Bing Image Creator und PowerPoint auf MAI-Image-2.5 und senkt damit Kosten, ohne OpenAI vollständig abzulösen

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Microsoft ersetzt OpenAI bei Bildern in PowerPoint und Bing

Microsoft ersetzt OpenAI bei zentralen Bildfunktionen in Bing und PowerPoint. Dahinter stecken vor allem niedrigere GPU-Kosten und mehr Kontrolle über die eigene KI-Infrastruktur.

Microsoft setzt auf sein eigenes Bildmodell

Microsoft verwendet für mehrere Bildfunktionen nicht mehr standardmäßig Modelle von OpenAI. Im Bing Image Creator und bei der Bildbearbeitung in PowerPoint kommt stattdessen das selbst entwickelte Modell MAI-Image-2.5 zum Einsatz.

Über den Wechsel berichtete zunächst Bloomberg. Parallel veröffentlichte Microsoft genauere Angaben zur technischen und wirtschaftlichen Seite der Umstellung.

Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie. Microsoft möchte nicht mehr für jede KI-Funktion auf Modelle externer Anbieter angewiesen sein. Das Unternehmen entwickelt deshalb eigene Modelle für Bilder, Sprache, Transkription, Programmierung und logisches Schlussfolgern.

Die neuen Modelle werden nicht nur über Microsoft Foundry angeboten. Sie laufen inzwischen auch direkt in Produkten mit Millionen von Nutzern.

Bing Image Creator läuft standardmäßig mit Microsofts Modell

Nach Angaben von Microsoft AI ist der Bing Image Creator inzwischen “100 Prozent in-house”. MAI-Image-2.5 übernimmt als Standardmodell sowohl die Generierung neuer Bilder als auch die Bearbeitung bestehender Bilder.

Microsoft bezeichnet das Modell als zentrale technische Grundlage des Dienstes. Nutzer können damit Bilder aus Texteingaben erstellen, Objekte austauschen, Hintergründe verändern oder einzelne Bereiche eines Bildes bearbeiten.

Die Formulierung “100 Prozent in-house” sollte allerdings nicht automatisch so verstanden werden, dass jedes OpenAI-Modell sofort aus allen Bing-Oberflächen verschwindet. Microsoft hatte im Bing Image Creator bisher mehrere Modelle angeboten, darunter DALL-E 3 und GPT-4o.

Die aktuelle Ankündigung bezieht sich vor allem auf das Standardmodell und die zugrunde liegende Produktionsumgebung. Welche Modelle Nutzer tatsächlich auswählen können, kann sich je nach Region, Benutzeroberfläche und Stand des Rollouts unterscheiden.

PowerPoint ersetzt GPT-Image-2 bei der Bildbearbeitung

Auch PowerPoint verwendet MAI-Image-2.5 bereits im produktiven Betrieb. Die Umstellung betrifft laut Microsoft vor allem sogenannte Image-to-Image-Funktionen.

Dabei erzeugt die KI nicht ausschließlich ein neues Bild aus einem Text. Stattdessen dient ein vorhandenes Bild als Ausgangspunkt. Nutzer können beispielsweise einen Gegenstand entfernen, einen Hintergrund austauschen oder eine bestehende Grafik überarbeiten lassen.

Für diese Aufgaben verwendete Microsoft zuvor GPT-Image-2 von OpenAI. Durch den Wechsel zu MAI-Image-2.5 sollen die benötigten GPU-Kosten um bis zu 84 Prozent sinken.

Diese Zahl stammt aus internen Messungen von Microsoft und bezieht sich auf konkrete Produktionsszenarien. Sie bedeutet nicht, dass Microsoft 365 oder Copilot für Kunden automatisch um 84 Prozent günstiger werden.

Für Microsoft selbst ist der Unterschied trotzdem erheblich. Bildmodelle benötigen bei jeder Generierung vergleichsweise viel Rechenleistung. Bereits kleine Einsparungen pro Anfrage können bei Millionen von Nutzern die Betriebskosten deutlich verändern.

Eigene Modelle lassen sich genauer an Produkte anpassen

Der Kostenvorteil ist nur ein Teil der Strategie. Ein selbst entwickeltes Modell kann Microsoft enger an die eigenen Produkte und deren typische Aufgaben anpassen.

Ein allgemeines Bildmodell muss möglichst viele unterschiedliche Anwendungsfälle bedienen. Ein Modell für PowerPoint kann dagegen gezielt auf Präsentationen, Diagramme, Produktbilder, Texte in Grafiken und wiederholbare Bearbeitungsschritte optimiert werden.

Microsoft nennt für MAI-Image-2.5 unter anderem folgende Fähigkeiten:

  • präzisere Darstellung von Text innerhalb eines Bildes
  • gezielte Änderungen einzelner Bildbereiche
  • bessere Beachtung komplexer Eingaben
  • konsistentere Gesichter bei mehreren Bearbeitungsschritten
  • realistischere Perspektiven, Schatten und Lichtverhältnisse
  • Erzeugung und Bearbeitung innerhalb desselben Modells

Gerade die gezielte Bearbeitung ist im Alltag oft wichtiger als ein vollständig neu generiertes Bild. Wer eine Präsentation erstellt, möchte häufig nur einen störenden Gegenstand entfernen oder die Farbe eines Produkts verändern. Das restliche Bild soll dabei möglichst unverändert bleiben.

Benchmarks sind hilfreich, aber nicht endgültig

Microsoft verweist bei der Bewertung von MAI-Image-2.5 auf die öffentlichen Ranglisten von Arena. Zum Zeitpunkt der Vorstellung lag das Modell dort auf Platz drei bei der Bildgenerierung und auf Platz zwei bei der Bildbearbeitung.

Solche Ranglisten basieren häufig auf direkten Vergleichen durch Nutzer. Testpersonen sehen zwei Ergebnisse und entscheiden, welches Bild ihre Eingabe besser umsetzt.

Das ist praxisnäher als manche rein technischen Kennzahlen. Trotzdem lässt sich daraus nicht ableiten, dass ein Modell bei jeder Aufgabe grundsätzlich besser ist. Ergebnisse hängen stark vom Motiv, vom Prompt, vom gewünschten Stil und von den eingesetzten Sicherheitsfiltern ab.

Microsoft weist selbst darauf hin, dass auch MAI-Image-2.5 falsche oder irreführende Details erzeugen kann. Bilder für medizinische, juristische, finanzielle oder journalistische Inhalte sollten deshalb weiterhin kontrolliert werden.

Auch OneDrive liefert Microsoft erste Vergleichswerte

MAI-Image-2.5 wird ebenfalls für bestimmte Bearbeitungsfunktionen in OneDrive eingesetzt. Dort kann das Modell unter anderem störende Elemente entfernen, Hintergründe bereinigen und Fotos verbessern.

Microsoft berichtet nach der Umstellung von einer um 26 Prozent höheren Speicherrate. Nutzer sollen bearbeitete Bilder also häufiger tatsächlich übernommen haben. Gleichzeitig sei die Antwortzeit im langsamsten Bereich der Anfragen um ungefähr 25 Prozent gesunken.

Unter mittlerer Auslastung soll das System außerdem 2,5-mal effizienter arbeiten. Auch diese Angaben stammen von Microsoft und lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Sie zeigen jedoch, nach welchen Kriterien das Unternehmen seine Modelle auswählt.

Es geht nicht nur um die höchste Bildqualität. Entscheidend ist das Verhältnis aus Qualität, Geschwindigkeit und Kosten unter realer Last.

MAI-Image-2.5-Pro soll anspruchsvollere Bilder erzeugen

Zusammen mit den neuen Produktintegrationen hat Microsoft am 23. Juli 2026 auch MAI-Image-2.5-Pro vorgestellt. Die Variante befindet sich zunächst in einer öffentlichen Vorschau.

Das Pro-Modell richtet sich an Aufgaben, bei denen eine möglichst hohe Bildqualität wichtiger ist als der niedrigste Preis. Microsoft nennt Werbemotive, detaillierte Bearbeitungen und eine genauere Darstellung von Text als typische Einsatzbereiche.

Die Nutzung über Microsoft Foundry kostet laut Ankündigung 5 US-Dollar pro Million Text-Input-Token, 8 US-Dollar pro Million Bild-Input-Token und 106 US-Dollar pro Million Bild-Output-Token.

Damit bietet Microsoft mehrere Varianten seiner Bildmodelle an. Entwickler können abhängig vom Anwendungsfall zwischen höherer Qualität, niedriger Latenz und geringeren Kosten wählen.

Der Wechsel ist kein vollständiger Bruch mit OpenAI

Dass Microsoft eigene Modelle in PowerPoint und Bing einsetzt, bedeutet nicht, dass OpenAI vollständig aus Microsofts Produkten verschwindet.

Die beiden Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit im April 2026 neu geregelt. Microsoft behält eine nicht exklusive Lizenz für Modelle und Produkte von OpenAI bis 2032. OpenAI kann seine Technik gleichzeitig stärker über andere Cloudanbieter vertreiben.

Auch Microsoft verfolgt inzwischen bewusst einen Ansatz mit mehreren Modellanbietern. Je nach Produkt und Aufgabe können Modelle von Microsoft, OpenAI, Anthropic oder anderen Unternehmen eingesetzt werden.

Die Umstellung bei den Bildfunktionen zeigt jedoch, dass Microsoft OpenAI nicht mehr automatisch als technische Grundlage jeder neuen KI-Funktion betrachtet.

Wo ein eigenes Modell eine vergleichbare Qualität zu niedrigeren Kosten liefert, wird Microsoft voraussichtlich häufiger die eigene Technik bevorzugen.

Was Nutzer praktisch von der Umstellung merken

Für Nutzer dürfte der Modellwechsel zunächst unspektakulär wirken. Die Schaltflächen und Arbeitsabläufe in PowerPoint oder Bing müssen sich dadurch nicht grundlegend verändern.

Mögliche Unterschiede zeigen sich eher bei den Ergebnissen:

  • Bilder können schneller erzeugt oder bearbeitet werden
  • Texte innerhalb von Bildern könnten lesbarer ausfallen
  • Änderungen könnten stärker auf einzelne Bildbereiche begrenzt bleiben
  • bestimmte Motive oder Stile können anders aussehen als zuvor
  • Sicherheitsfilter können bei denselben Eingaben anders reagieren

Ob die Ergebnisse tatsächlich besser sind, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Für Microsoft ist die Umstellung aber unabhängig davon strategisch wichtig.

Das Unternehmen kontrolliert damit nicht nur die Benutzeroberfläche und die Cloudinfrastruktur, sondern zunehmend auch das Modell, das eine Anfrage verarbeitet. Dadurch kann Microsoft Kosten, Entwicklung und Produktintegration stärker selbst bestimmen.

MAI-Image-2.5 ist deshalb mehr als ein weiteres Bildmodell. Der Einsatz in Bing und PowerPoint zeigt, dass Microsofts eigene KI-Entwicklung inzwischen im produktiven Alltag angekommen ist.

FAQ

Welches OpenAI-Modell ersetzt Microsoft in PowerPoint?

Microsoft setzt für Bildbearbeitungsfunktionen in PowerPoint MAI-Image-2.5 anstelle von GPT-Image-2 ein. Andere Copilot-Funktionen können weiterhin Modelle von OpenAI verwenden.

Verwendet Bing Image Creator weiterhin OpenAI?

MAI-Image-2.5 ist laut Microsoft das standardmäßige Modell für die gesamte Generierung und Bearbeitung in Bing Image Creator. Ob alternative Modelle weiterhin auswählbar bleiben, kann von Oberfläche und Rollout abhängen.

Warum entwickelt Microsoft eigene KI-Modelle?

Eigene Modelle geben Microsoft mehr Kontrolle über Kosten, Geschwindigkeit, Infrastruktur und Produktintegration. In PowerPoint sollen die GPU-Kosten dadurch um bis zu 84 Prozent sinken.

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