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Revolut Ventures: Startup-Investments per App geplant

Revolut plant einen Wagniskapitalfonds für Privatkunden. Was über den Zugang bekannt ist und welche Fragen vor dem Start offenbleiben

Dieser Artikel hat eine Lesedauer von 3 Minuten.

Revolut Ventures: Startup-Investments per App geplant

Revolut will Kunden über die App Zugang zu Startup-Investments eröffnen. Der geplante Wagniskapitalfonds wirft vor allem Fragen zu Teilnahme, Kosten und Verfügbarkeit des investierten Geldes auf.

Was Revolut Ventures ermöglichen soll

Revolut plant einen eigenen Zugang zu Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen. Nach einem Bericht des Handelsblatts vom 25. Oktober 2026 sollen berechtigte Kunden ab 2027 über die App in reifere Startups investieren können.

Die von Revolut verwaltete Plattform soll Revolut Ventures heißen. Als Fondsstruktur ist dem Bericht zufolge ein europäischer langfristiger Investmentfonds vorgesehen, kurz ELTIF. Welche Kunden teilnehmen dürfen, wird darin noch nicht konkretisiert.

Damit handelt es sich zunächst um ein geplantes Angebot. Ein bereits allgemein verfügbarer Startup-Fonds für sämtliche Revolut-Kunden lässt sich daraus nicht ableiten.

Was ein Wagniskapitalfonds eigentlich macht

Venture Capital, auf Deutsch Wagniskapital, finanziert Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Anleger beteiligen sich bei einem Fonds an einem gemeinsam verwalteten Portfolio. Welche Unternehmen darin landen, bestimmt die jeweilige Anlagestrategie.

Das unterscheidet sich vom Kauf einzelner börsengehandelter Aktien. Bei privaten Unternehmen gibt es üblicherweise keinen laufenden Börsenhandel, über den sich Anteile kurzfristig verkaufen lassen.

Auch die Bezeichnung Startup sagt wenig darüber aus, wie weit ein Unternehmen entwickelt ist. Der Bericht über Revolut nennt ausdrücklich reifere Startups. Die Vorstellung, damit automatisch sehr früh beim nächsten erfolgreichen Technologieunternehmen einzusteigen, wäre deshalb zu pauschal.

Was die ELTIF-Struktur bedeutet

ELTIF steht für European Long-Term Investment Fund. Diese europäische Fondsform ermöglicht langfristige Investitionen beispielsweise in Unternehmen, Infrastruktur und andere Vermögenswerte.

Die reformierten Regeln, häufig ELTIF 2.0 genannt, gelten seit Januar 2024. Sie erleichtern den Zugang für Privatanleger und sehen unter anderem eine Geeignetheitsprüfung sowie Informationspflichten vor. Die Europäische Kommission erläutert die Reform und ihre Schutzmechanismen.

Ein ELTIF ist allerdings keine Sicherheitszusage. Die Fondsstruktur allein verrät weder, welche Rendite erreichbar ist, noch wie schnell Anleger ihr Geld zurückbekommen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können ELTIFs Rückgabemöglichkeiten während der Laufzeit anbieten. Diese richten sich jedoch nach der Liquidität und den Bedingungen des jeweiligen Fonds. Daraus folgt kein Anspruch auf jederzeitige Auszahlung.

Welche Fragen vor dem Start offenbleiben

Für eine praktische Einordnung braucht es mehr als die Ankündigung eines Zugangs per App. Entscheidend sind die konkreten Produktunterlagen:

  • Teilnahme: Welche Voraussetzungen müssen Kunden erfüllen und in welchen Ländern wird das Angebot verfügbar sein?
  • Mindestanlage: Welcher Betrag ist für den Einstieg erforderlich?
  • Kosten: Welche laufenden Gebühren und möglichen Erfolgsvergütungen fallen an?
  • Kapitalbindung: Wann sind Rückgaben möglich und welche Einschränkungen gelten?
  • Portfolio: Wie werden Unternehmen ausgewählt und wie breit verteilt der Fonds seine Investitionen?

Diese Punkte entscheiden darüber, wie sich das Produkt im Alltag nutzen lässt. Eine niedrige Einstiegssumme würde beispielsweise wenig darüber aussagen, wie lange das Geld anschließend gebunden bleibt.

Risikohinweis: Startup-Investments können erhebliche Kapitalverluste verursachen. Revolut warnt laut Handelsblatt außerdem vor der deutlich geringeren Handelbarkeit gegenüber börsengehandelten Aktien.

Einfacher Zugang braucht verständliche Bedingungen

Revoluts Vorhaben könnte den organisatorischen Zugang zu Wagniskapital erleichtern. Eine vertraute App nimmt Anlegern jedoch nicht die Aufgabe ab, Laufzeit, Kosten und Verlustrisiken zu verstehen.

Für mich liegt der entscheidende Punkt deshalb in der Darstellung des Produkts: Werden die Einschränkungen ebenso verständlich erklärt wie die Einstiegsmöglichkeiten? Erst die veröffentlichten Fondsbedingungen werden zeigen, wie Revolut Ventures diesen Anspruch erfüllt.

FAQ

Was plant Revolut mit Revolut Ventures?

Laut Handelsblatt sollen berechtigte Kunden ab 2027 über die Revolut-App in reifere, nicht börsennotierte Startups investieren können. Das Angebot soll als europäischer langfristiger Investmentfonds strukturiert werden

Wer darf in den geplanten Revolut-Fonds investieren?

Der Bericht spricht von berechtigten Kunden. Welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen, ist darin noch nicht konkretisiert

Welche Risiken haben Startup-Investments über einen Fonds?

Neben erheblichen Verlusten kann das Kapital langfristig gebunden sein. Entscheidend sind die Anlagestrategie, die Kosten und die konkreten Rückgaberegeln des Fonds

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