Alphabet hält SpaceX-Aktien für 94 Milliarden Dollar
Alphabet hält SpaceX-Aktien im Wert von 94,1 Milliarden Dollar. Warum der Anteil nicht frei verkäuflich ist und was er für Anleger bedeutet
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Alphabet hat erstmals beziffert, wie groß seine SpaceX-Beteiligung nach dem Börsengang ist. Die Aktien sind 94,1 Milliarden Dollar wert, aber nur begrenzt verkäuflich.
Alphabet beziffert seine SpaceX-Beteiligung
Alphabet hält SpaceX-Aktien im Wert von 94,1 Milliarden Dollar. Das geht aus den Unterlagen des Google-Mutterkonzerns für das zweite Quartal 2026 hervor.
Gemessen an der damaligen Marktkapitalisierung von SpaceX entsprach das einem Anteil von ungefähr sechs Prozent. Alphabet gehört damit zu den größten bekannten Anteilseignern des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk.
Die Zahl klingt zunächst wie ein zusätzlicher Geldberg, über den der Konzern frei verfügen kann. Tatsächlich handelt es sich aber um den Börsenwert eines Aktienpakets. Dieser Wert verändert sich mit dem Kurs der SpaceX-Aktie und kann nicht vollständig als realisierter Gewinn betrachtet werden.
Wie groß ist Googles Anteil an SpaceX?
Die Beteiligung stammt ursprünglich von Google. Der Konzern investierte bereits im Januar 2015 in SpaceX, mehrere Monate bevor Google unter dem Dach der neu gegründeten Alphabet-Holding neu organisiert wurde.
Alphabet bezeichnet den Wert der gehaltenen SpaceX-Aktien mit 94,1 Milliarden Dollar. Bei einer Unternehmensbewertung von rund 1,52 Billionen Dollar ergibt sich daraus rechnerisch ein Anteil von etwas mehr als sechs Prozent.
Der genaue Prozentsatz kann sich allerdings laufend verändern. Entscheidend sind der aktuelle Aktienkurs, mögliche Aktienverkäufe und Veränderungen bei der Gesamtzahl der ausgegebenen SpaceX-Aktien.
Alphabet hält damit keine Mehrheit und kontrolliert SpaceX auch nicht. Der Anteil ist dennoch groß genug, um für die Bilanz und die ausgewiesenen Investmentergebnisse des Google-Mutterkonzerns relevant zu sein.
Google investierte 2015 rund 900 Millionen Dollar
Google und Fidelity beteiligten sich 2015 gemeinsam an einer Finanzierungsrunde für SpaceX. Insgesamt nahm das Raumfahrtunternehmen damals rund eine Milliarde Dollar ein.
Im Geschäftsbericht für 2014 bezifferte Google den eigenen Anteil an dieser Investition mit 900 Millionen Dollar. Fidelity steuerte demnach den kleineren Teil der Finanzierungsrunde bei.
Verglichen mit dem nun veröffentlichten Wert von 94,1 Milliarden Dollar entspricht das rechnerisch mehr als dem Hundertfachen des ursprünglichen Google-Investments.
Das ist allerdings keine vollständige Renditeberechnung. Dafür müssten unter anderem mögliche spätere Transaktionen, Veränderungen des Anteils, Steuern und die weitere Kursentwicklung berücksichtigt werden. Der Vergleich zeigt dennoch, wie stark der Wert der frühen Beteiligung gestiegen ist.
Warum Google in SpaceX investierte
Bei dem Investment ging es nicht nur um Raketen oder langfristige Marspläne. SpaceX arbeitete schon damals an einem satellitengestützten Internetnetzwerk, aus dem später Starlink entstand.
Für Google war der Ausbau des weltweiten Internetzugangs strategisch interessant. Mehr Menschen mit einer zuverlässigen Internetverbindung bedeuteten potenziell auch mehr Nutzer für die Suche, YouTube, Android und andere Google-Dienste.
Heute umfasst SpaceX neben dem Raketen- und Satellitengeschäft auch Aktivitäten im Bereich KI. Dadurch bestehen zusätzliche Überschneidungen mit den Märkten, in denen Alphabet selbst aktiv ist.
Die Beteiligung sollte trotzdem in erster Linie als langfristiges Investment betrachtet werden. Alphabet erhält dadurch weder automatisch Zugriff auf die Technologie von SpaceX noch direkte Kontrolle über dessen operative Entscheidungen.
Warum Alphabet die Aktien nicht einfach verkaufen kann
Ein großer Teil des Aktienpakets unterliegt Verkaufsbeschränkungen. Aktien im Wert von rund 80 Milliarden Dollar sind von kurzfristigen Sperrfristen betroffen.
Weitere SpaceX-Aktien im Wert von 14,1 Milliarden Dollar dürfen nach den veröffentlichten Angaben voraussichtlich erst ab dem dritten Quartal 2027 verkauft werden.
Solche Lock-up-Regelungen sind nach einem Börsengang üblich. Sie verhindern, dass frühe Investoren, Gründer oder Beschäftigte unmittelbar große Aktienpakete auf den Markt werfen. Ein plötzlich stark steigendes Angebot könnte den Kurs erheblich belasten.
Für Alphabet bedeutet das, dass der ausgewiesene Wert vorerst überwiegend auf dem Papier besteht. Selbst nach Ablauf der Sperrfristen wäre ein vollständiger Verkauf nicht ohne Weiteres möglich. Bei einem Aktienpaket dieser Größe könnte bereits die Ankündigung eines Verkaufs den Kurs beeinflussen.
94 Milliarden Dollar sind kein verfügbarer Gewinn
Der Börsenwert einer Beteiligung ist nicht mit Bargeld auf einem Bankkonto vergleichbar. Alphabet müsste die Aktien zunächst verkaufen, um einen tatsächlichen Gewinn zu realisieren.
Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Der Kurs der SpaceX-Aktie kann steigen oder fallen.
- Ein großer Verkauf könnte zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs ausüben.
- Für weite Teile der Beteiligung gelten Sperrfristen.
- Beim Verkauf könnten Steuern und weitere Kosten anfallen.
Die Beteiligung kann dennoch Auswirkungen auf Alphabets Geschäftszahlen haben. Veränderungen des Marktwerts von Aktienbeständen können je nach bilanzieller Behandlung zu ausgewiesenen Gewinnen oder Verlusten führen.
Für Anleger kann dadurch der Eindruck entstehen, dass das operative Geschäft stärker oder schwächer gelaufen ist, obwohl ein Teil des Ergebnisses lediglich auf Kursschwankungen einer Beteiligung zurückgeht.
Was die Beteiligung für Alphabet-Aktionäre bedeutet
Wer Alphabet-Aktien besitzt, ist indirekt auch am Wert der SpaceX-Beteiligung beteiligt. Alphabet ist deshalb eine Möglichkeit, zumindest einen kleinen Teil der wirtschaftlichen Entwicklung von SpaceX im eigenen Depot abzubilden.
Eine gezielte SpaceX-Investition ist Alphabet allerdings nicht. Der Wert des Google-Mutterkonzerns hängt weiterhin hauptsächlich von Werbung, Cloud-Diensten, YouTube, Android und seinen eigenen KI-Produkten ab.
Selbst eine Beteiligung im Wert von 94,1 Milliarden Dollar bleibt nur ein Teil eines wesentlich größeren Konzerns. Kursbewegungen bei SpaceX können die Alphabet-Bilanz beeinflussen, bestimmen aber nicht allein die Entwicklung der Alphabet-Aktie.
Anleger sollten außerdem berücksichtigen, dass sich der Wert des SpaceX-Pakets seit dem Ende des Berichtszeitraums bereits verändert haben kann.
SpaceX-Aktie liegt unter ihrem Ausgabepreis
SpaceX ging Mitte Juni 2026 an die Börse. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie.
Wenige Wochen nach dem Börsengang notierte die Aktie zeitweise deutlich darunter. Das zeigt, dass auch ein bekanntes Start-up mit einem etablierten operativen Geschäft nicht vor Kursschwankungen geschützt ist.
Zu den wichtigen Themen für Investoren gehören die Entwicklung von Starlink, die Kosten des Starship-Programms, neue Raketenstarts und die Integration weiterer Geschäftsbereiche.
SpaceX will seine Ergebnisse für das zweite Quartal am 4. August 2026 veröffentlichen. Hinweise auf den Termin finden sich auf der offiziellen Seite für SpaceX Investor Relations.
Eine erfolgreiche Beteiligung mit Einschränkungen
Googles frühes Investment in SpaceX hat sich zumindest auf dem Papier außerordentlich stark entwickelt. Aus einer Investition von 900 Millionen Dollar wurde ein Aktienpaket mit einem gemeldeten Wert von 94,1 Milliarden Dollar.
Alphabet kann diesen Betrag jedoch nicht einfach auszahlen lassen. Fast die gesamte Beteiligung unterliegt Verkaufsbeschränkungen. Zusätzlich hängt ihr Wert unmittelbar vom Kurs der SpaceX-Aktie ab.
Für Alphabet ist SpaceX damit ein wertvoller Vermögenswert, aber kein frei verfügbarer Geldbetrag. Für Aktionäre bleibt die Beteiligung interessant, sollte neben Googles Werbegeschäft, der Cloud-Sparte und den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz jedoch nicht überbewertet werden.
FAQ
Wie groß ist Alphabets Anteil an SpaceX?
Alphabet hält SpaceX-Aktien im Wert von 94,1 Milliarden Dollar. Zum Zeitpunkt der Offenlegung entsprach das rund sechs Prozent des Unternehmens.
Wie viel investierte Google ursprünglich in SpaceX?
Google investierte im Januar 2015 laut eigenem Geschäftsbericht 900 Millionen Dollar in SpaceX. Fidelity beteiligte sich ebenfalls an der damaligen Finanzierungsrunde.
Kann Alphabet seine SpaceX-Aktien sofort verkaufen?
Nein. Für Aktien im Wert von rund 80 Milliarden Dollar gelten kurzfristige Verkaufsbeschränkungen. Weitere Anteile im Wert von 14,1 Milliarden Dollar sind bis zum dritten Quartal 2027 gebunden.


