OpenAI und Samsung entwickeln gemeinsam KI-Chips
OpenAI und Samsung arbeiten enger an KI-Chips. Dahinter steckt mehr als ein neuer Prozessor: Es geht um Speicher, Rechenzentren und Kontrolle
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OpenAI und Samsung vertiefen ihre Zusammenarbeit bei KI-Chips. Noch fehlen technische Details, doch die Partnerschaft zeigt, wie wichtig eigene Hardware und verlässliche Speicherlieferungen für OpenAIs Wachstum werden.
OpenAI und Samsung arbeiten gemeinsam an KI-Chips
OpenAI und Samsung Electronics wollen ihre Zusammenarbeit bei Halbleitern ausbauen. Nach Angaben von OpenAI Korea wurden bei der gemeinsamen Forschung und Entwicklung an Chips der nächsten Generation bereits deutliche Fortschritte erzielt.
Was genau entwickelt wird, ist allerdings noch offen. OpenAI hat bisher weder eine konkrete Architektur noch Leistungsdaten oder einen geplanten Produktionsstart genannt. Auch ist nicht bestätigt, dass Samsung künftig einen vollständigen OpenAI-Prozessor fertigen wird.
Trotzdem ist die Zusammenarbeit interessant. Für OpenAI wird Hardware zunehmend zu einem strategischen Thema. Moderne KI-Modelle benötigen enorme Rechenleistung, und diese Abhängigkeit endet nicht bei GPUs. Speicher, Packaging, Fertigungskapazitäten und Rechenzentren werden ebenso wichtig.
Samsung kann mehrere dieser Bereiche abdecken.
Warum OpenAI eigene KI-Chips entwickelt
OpenAI war lange hauptsächlich als Softwareunternehmen sichtbar. ChatGPT und die dahinterliegenden Modelle laufen jedoch auf einer gewaltigen Hardware-Infrastruktur.
Je stärker die Nutzung steigt, desto wichtiger werden die Kosten jeder einzelnen Anfrage. Bereits kleine Effizienzsteigerungen können bei Millionen oder Milliarden Berechnungen einen erheblichen Unterschied machen.
Deshalb arbeiten große KI-Unternehmen zunehmend an speziell angepasster Hardware. Statt ausschließlich universelle Beschleuniger einzukaufen, können eigene Chips bestimmte Aufgaben gezielter erledigen.
OpenAI verfolgt diese Strategie bereits.
Der erste eigene KI-Chip des Unternehmens trägt den Namen “Jalapeno”. Er wurde gemeinsam mit Broadcom entwickelt und konzentriert sich auf Inferenz. Damit sind jene Berechnungen gemeint, die stattfinden, wenn ein bereits trainiertes KI-Modell eine Anfrage verarbeitet.
Die Fertigung soll TSMC übernehmen.
Samsung ersetzt diese Zusammenarbeit also nicht zwangsläufig. Wahrscheinlicher ist, dass OpenAI seine Hardwarestrategie auf mehrere Partner und unterschiedliche Komponenten verteilt.
Samsung bietet mehr als reine Chipfertigung
Gerade deshalb ist Samsung für OpenAI interessant.
Samsung Electronics gehört nicht nur zu den größten Halbleiterherstellern der Welt. Der Konzern produziert auch DRAM-Speicher, entwickelt fortschrittliche Fertigungsprozesse und besitzt eigene Kapazitäten für die Herstellung komplexer Chips.
Für KI-Systeme wird besonders schneller Speicher immer wichtiger. Modelle müssen während der Berechnung enorme Datenmengen zwischen Speicher und Recheneinheiten bewegen.
Die Geschwindigkeit eines KI-Chips hängt deshalb nicht allein davon ab, wie schnell seine eigentlichen Rechenkerne arbeiten.
Auch die Speicherbandbreite kann zum Flaschenhals werden.
Damit rücken Technologien wie High Bandwidth Memory, kurz HBM, stärker in den Mittelpunkt der KI-Infrastruktur. Samsung konkurriert in diesem Bereich unter anderem mit SK Hynix.
Stargate verbindet OpenAI bereits mit Samsung
Die aktuelle Zusammenarbeit beginnt nicht bei null.
OpenAI, Samsung und SK hatten bereits 2025 eine strategische Kooperation für das Infrastrukturprojekt “Stargate” angekündigt. Samsung Electronics und SK Hynix sollen dafür die Produktion moderner Speicherchips ausbauen.
Als langfristiges Ziel wurde eine Größenordnung von bis zu 900.000 DRAM-Waferstarts pro Monat genannt.
Ein Waferstart bezeichnet vereinfacht den Beginn eines neuen Produktionsdurchlaufs für einen Halbleiter-Wafer. Die Zahl zeigt damit weniger die Menge fertiger Chips als vielmehr die geplante Größenordnung der Fertigung.
Stargate soll OpenAI langfristig zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten zur Verfügung stellen. Dafür werden nicht nur Prozessoren benötigt, sondern auch Speicher, Netzwerkkomponenten, Energieversorgung und eine entsprechende Rechenzentrumsinfrastruktur.
Samsung kann innerhalb dieses Systems mehrere Rollen übernehmen.
Für OpenAI geht es um die Kontrolle der Lieferkette
Bei der Entwicklung eigener KI-Chips geht es deshalb nicht ausschließlich darum, Nvidia Konkurrenz zu machen.
Für OpenAI ist mindestens genauso wichtig, Abhängigkeiten zu reduzieren.
Ein Unternehmen, dessen Produkte unmittelbar von verfügbarer Rechenleistung abhängen, hat ein Problem, wenn zentrale Hardware nur von wenigen Herstellern geliefert werden kann.
Eigene Chipdesigns können dabei helfen, die Hardware genauer auf die eigenen Modelle abzustimmen. Mehrere Produktions- und Technologiepartner können gleichzeitig das Risiko verringern, von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein.
Samsung passt gut in diese Strategie.
Der Konzern deckt Speicher, Halbleiterentwicklung und Fertigung ab und besitzt darüber hinaus Erfahrung mit großen Rechenzentrums- und Infrastrukturprojekten.
Samsung setzt ChatGPT selbst im Unternehmen ein
Interessant ist zudem, dass die Partnerschaft nicht nur in eine Richtung funktioniert.
Samsung gehört inzwischen zu den großen Unternehmenskunden von OpenAI. ChatGPT Enterprise und das Programmierwerkzeug Codex wurden 2026 für alle Samsung-Electronics-Mitarbeiter in Südkorea sowie für die weltweiten Mitarbeiter der Device-eXperience-Sparte freigegeben.
Die Werkzeuge sollen unter anderem in Forschung, Entwicklung, Fertigung, Marketing und anderen Unternehmensbereichen eingesetzt werden.
Damit entsteht eine ungewöhnlich breite Partnerschaft.
Samsung liefert potenziell Teile der technischen Infrastruktur, während OpenAI gleichzeitig Software für die internen Prozesse von Samsung bereitstellt.
Was über den gemeinsamen OpenAI-Samsung-Chip noch nicht bekannt ist
Bei aller strategischen Bedeutung bleibt ein wichtiger Punkt offen: Über den eigentlichen Chip wissen wir derzeit sehr wenig.
OpenAI spricht von gemeinsamer Entwicklung und Forschung an Halbleitern der nächsten Generation. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, ob Samsung einen kompletten neuen KI-Beschleuniger entwickelt, einzelne Komponenten beisteuert oder an Technologien arbeitet, die später in mehreren OpenAI-Chips eingesetzt werden.
Ebenso unbekannt sind bislang Fertigungsprozess, Leistung, Stromverbrauch und möglicher Produktionsstart.
Die Partnerschaft sollte deshalb noch nicht als Ankündigung eines fertigen Samsung-OpenAI-Prozessors verstanden werden.
KI-Chips werden für OpenAI zum strategischen Faktor
Die entscheidende Entwicklung liegt ohnehin eine Ebene höher.
OpenAI versucht zunehmend, nicht nur Modelle und Anwendungen zu kontrollieren, sondern auch die Infrastruktur darunter stärker mitzugestalten.
Broadcom hilft beim Chipdesign. TSMC übernimmt die Fertigung des ersten eigenen Inferenzchips. Samsung und SK Hynix spielen bei Speicher eine Rolle. Gleichzeitig entstehen mit Stargate neue Rechenzentren.
Die vertiefte Zusammenarbeit mit Samsung ist damit ein weiterer Baustein einer größeren Strategie.
Je größer ChatGPT und andere KI-Dienste werden, desto wichtiger wird für OpenAI die Frage, auf welcher Hardware sie laufen, wie viel diese Hardware kostet und ob genügend davon verfügbar ist.
Der interessanteste Teil der Samsung-Partnerschaft ist deshalb vielleicht gar nicht der einzelne Chip. Es ist die Tatsache, dass OpenAI beginnt, einen immer größeren Teil seiner eigenen Hardware-Lieferkette aktiv mitzugestalten.
FAQ
Entwickeln OpenAI und Samsung gemeinsam einen KI-Chip?
OpenAI bestätigt gemeinsame Forschung und Entwicklung an Halbleitern der nächsten Generation. Welche konkrete Chip-Architektur daraus entsteht, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Welche Rolle spielt Samsung bei OpenAI?
Samsung ist für OpenAI sowohl als Halbleiterhersteller als auch bei Speicherchips und der Infrastruktur für das Stargate-Projekt interessant.
Produziert Samsung bereits OpenAIs eigenen KI-Chip?
Dafür gibt es bislang keine Bestätigung. OpenAIs erster eigener KI-Chip wurde gemeinsam mit Broadcom entwickelt und soll von TSMC gefertigt werden.


