Festnetztelefon 2026: 61 Prozent der Deutschen nutzen es noch
Nur noch 61 Prozent der Deutschen nutzen 2026 ein Festnetztelefon. Vor allem zwischen den Generationen zeigt sich ein deutlicher Unterschied
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Das Festnetztelefon verschwindet langsamer, als man vermuten könnte. 2026 nutzen noch 61 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich einen stationären Telefonanschluss. Die eigentliche Veränderung zeigt sich aber darin, wie selten darüber noch telefoniert wird.
61 Prozent nutzen 2026 noch ein Festnetztelefon
Das klassische Festnetztelefon gehört in Deutschland weiterhin zum Alltag vieler Haushalte. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox nutzen 61 Prozent der Befragten zu Hause noch einen stationären Telefonanschluss.
Für die Untersuchung wurden im Juli 2026 insgesamt 1.000 Menschen zwischen 18 und 79 Jahren befragt.
Interessant ist vor allem der Vergleich mit dem Vorjahr. 2025 hatten noch 71 Prozent angegeben, zumindest gelegentlich über das Festnetz zu telefonieren. Innerhalb eines Jahres sank der Anteil damit um zehn Prozentpunkte.
Das Festnetz verschwindet also nicht plötzlich. Seine Bedeutung nimmt aber sichtbar ab.
Festnetz-Nutzung nach Alter zeigt einen deutlichen Unterschied
Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Generationen.
Bei den 18- bis 29-Jährigen nutzen nur noch 42 Prozent einen stationären Telefonanschluss. Unter den 70- bis 79-Jährigen sind es dagegen 89 Prozent.
Das Festnetz ist damit zunehmend eine Frage des Alters und der Gewohnheit.
Wer über Jahrzehnte eine feste Telefonnummer verwendet hat, gibt sie möglicherweise nicht auf, nur weil das Smartphone technisch dieselbe Aufgabe übernehmen kann. Für jüngere Haushalte stellt sich die Frage oft gar nicht erst. Das Smartphone ist bereits der zentrale Kommunikationskanal.
Diese Entwicklung passt zu einer breiteren Veränderung unserer Gesellschaft. Kommunikation ist heute weniger an einen Ort oder ein bestimmtes Gerät gebunden.
Nur jeder Zehnte telefoniert täglich über das Festnetz
Noch interessanter als die reine Zahl der Festnetznutzer ist deshalb die tatsächliche Nutzung.
Nur zehn Prozent der Befragten telefonieren 2026 täglich über ihren Festnetzanschluss.
Selbst unter den Menschen, die grundsätzlich noch ein Festnetztelefon verwenden, spielt es teilweise nur eine Nebenrolle. 18 Prozent der Befragten gaben an, das Gerät nicht einmal mehrmals pro Monat zu benutzen, sondern lediglich gelegentlich.
Ein vorhandener Anschluss bedeutet also nicht automatisch, dass das Festnetz im Alltag noch relevant ist.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Statistiken über vorhandene Anschlüsse können den Eindruck erwecken, dass klassische Festnetztelefonie weiter eine zentrale Rolle spielt. Betrachtet man stattdessen die Gesprächshäufigkeit, sieht das Bild anders aus.
Fast jeder Fünfte hat Festnetz, nutzt es aber nicht
39 Prozent der Befragten verwenden laut der Erhebung überhaupt keinen stationären Telefonanschluss mehr.
Ein Teil dieser Gruppe besitzt allerdings technisch weiterhin einen.
Gut 19 Prozent aller Befragten haben nach eigener Aussage Zugriff auf eine Festnetzleitung, weil diese beispielsweise Bestandteil ihres Internetvertrags ist. Telefoniert wird darüber trotzdem nicht.
Das ist ein interessanter Nebeneffekt moderner Internetverträge. Festnetztelefonie wird häufig gemeinsam mit einem Breitbandanschluss angeboten. Ob die enthaltene Telefonnummer tatsächlich verwendet wird, ist eine andere Frage.
Der Anschluss existiert damit auf dem Papier, obwohl er im Alltag praktisch keine Funktion mehr erfüllt.
Warum das Smartphone das Festnetz ersetzt
Dass immer mehr Menschen auf ein Festnetztelefon verzichten, hat mehrere vergleichsweise einfache Gründe.
Einer davon sind Mobilfunk-Flatrates. Früher konnte es finanziell sinnvoll sein, ein Gespräch zu Hause über das Festnetz zu führen. Bei heutigen Tarifen entstehen für gewöhnliche Telefonate innerhalb der Flatrate keine zusätzlichen Gesprächskosten.
Gleichzeitig sind Mobilfunknetze besser geworden. In Regionen mit zuverlässiger Mobilfunkversorgung gibt es für viele Nutzer kaum noch einen praktischen Grund, zusätzlich ein stationäres Telefon zu verwenden.
Dazu kommt eine weitere Verschiebung: Gespräche laufen längst nicht mehr ausschließlich über klassische Telefonnummern.
WhatsApp, FaceTime, Signal und andere Dienste ermöglichen Sprach- und Videoanrufe über das Internet. Mit zunehmendem Datenvolumen und WLAN im Alltag fällt auch diese Hürde weitgehend weg.
Das Smartphone bündelt damit mehrere Kommunikationsformen in einem Gerät.
Messenger überholen klassische Telefonie deutlich
Wie stark sich unsere Kommunikation verändert hat, zeigen auch Zahlen der Bundesnetzagentur.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 47 Milliarden Gesprächsminuten über das Festnetz geführt. Ein Jahr zuvor waren es noch 57 Milliarden Minuten.
Auch klassische Mobilfunktelefonie ging zurück. Sie kam 2025 auf rund 132 Milliarden Gesprächsminuten.
Gleichzeitig wurden über Messenger- und Videokonferenz-Dienste rund 198 Milliarden Minuten reine Sprachtelefonie geführt. Hinzu kamen etwa 188,5 Milliarden Minuten Videotelefonie.
Das ist möglicherweise die spannendere Entwicklung hinter den sinkenden Festnetzzahlen.
Nicht nur das Festnetz verliert an Bedeutung. Auch klassische Telefonate über eine Telefonnummer konkurrieren zunehmend mit internetbasierten Kommunikationsdiensten.
Das Festnetz verschwindet nicht vollständig
Trotz des deutlichen Rückgangs wäre es zu früh, das Ende des Festnetztelefons auszurufen.
61 Prozent Nutzung sind weiterhin eine beachtliche Zahl. Vor allem bei älteren Menschen spielt der stationäre Anschluss eine große Rolle.
Hinzu kommen praktische Gründe. Eine über viele Jahre bekannte Telefonnummer kann für Familie, Bekannte oder geschäftliche Kontakte relevant sein. Manche Menschen bevorzugen außerdem bewusst ein separates Telefon zu Hause.
Auch der Begriff “Festnetz” ist technisch inzwischen etwas irreführend. Moderne Anschlüsse verwenden in der Regel IP-basierte Telefonie. Das klassische analoge Telefonnetz, an das viele beim Wort Festnetz denken, entspricht längst nicht mehr der technischen Realität.
Was verschwindet, ist deshalb weniger eine bestimmte Netztechnologie als ein Nutzungsmuster: ein Telefon, das dauerhaft an einen Haushalt gebunden ist und ausschließlich zum Telefonieren dient.
Das Festnetz wird vom Standard zum Zusatz
Für mich ist deshalb nicht die Frage interessant, wann das letzte Festnetztelefon verschwindet.
Spannender ist der Wechsel vom Standard zum optionalen Zusatz.
Früher war eine Telefonnummer zu Hause selbstverständlich. Heute muss ein Festnetzanschluss einen konkreten Nutzen haben, damit Menschen ihn aktiv verwenden. Besonders bei jüngeren Nutzern scheint dieser Nutzen zunehmend zu fehlen.
Das Smartphone ist Telefon, Messenger, Videotelefon und Adressbuch gleichzeitig. Es funktioniert zu Hause genauso wie unterwegs und ist für viele Menschen ohnehin permanent erreichbar.
Damit verändert sich auch unsere Vorstellung davon, was ein Telefonanschluss überhaupt ist.
Die 61 Prozent zeigen deshalb nicht, dass das Festnetz überraschend modern geblieben ist. Sie zeigen eher, wie lange etablierte Technologien weiterbestehen können, obwohl ihre ursprüngliche Funktion längst von anderen Geräten übernommen wurde.
Und bei einem Teil der Haushalte ist der nächste Schritt offenbar bereits passiert: Das Festnetz ist noch vorhanden. Nur klingeln soll es möglichst nicht mehr.
FAQ
Wie viele Deutsche nutzen 2026 noch ein Festnetztelefon?
Laut einer Verivox-Umfrage nutzen 2026 noch 61 Prozent der Befragten zwischen 18 und 79 Jahren zu Hause ein Festnetztelefon.
Nutzen junge Menschen noch Festnetztelefone?
Deutlich seltener als ältere Menschen. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Festnetznutzung bei 42 Prozent, bei den 70- bis 79-Jährigen bei 89 Prozent.
Warum wird das Festnetz immer weniger genutzt?
Mobilfunk-Flatrates, bessere Mobilfunknetze und Anrufe über Dienste wie WhatsApp oder FaceTime machen ein zusätzliches Festnetztelefon für viele Haushalte überflüssig.


