Elon Musk Doku "Musk": Was seine Ex-Partnerinnen über ihn erzählen

Die neue Elon-Musk-Doku "Musk" zeigt, wie Aussagen früherer Partnerinnen das öffentliche Bild des Tech-Milliardärs verändern

Dieser Artikel hat eine Lesedauer von 6 Minuten.

Elon Musk Doku "Musk": Was seine Ex-Partnerinnen über ihn erzählen

Alex Gibneys fast vierstündige Dokumentation "Musk" beschäftigt sich mit Elon Musks Unternehmen, politischem Einfluss und öffentlicher Inszenierung. Besonders prägend sind jedoch die Aussagen von Menschen aus seinem privaten Umfeld.

"Musk" nimmt sich fast vier Stunden für Elon Musk

Über Elon Musk gibt es keinen Mangel an Material. Tesla, SpaceX, X, Neuralink, seine politischen Aktivitäten und zahllose öffentliche Kontroversen würden jeweils für eine eigene Dokumentation reichen.

Alex Gibney versucht trotzdem, all das in einem Film zusammenzuführen.

Seine Dokumentation "Musk" wurde 2026 bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt. Dort wurde eine Laufzeit von 225 Minuten plus zehn Minuten Pause angegeben. Andere Kinoangaben führen eine Fassung von rund 3 Stunden und 52 Minuten.

Gibney ist kein unbekannter Dokumentarfilmer. Für "Taxi to the Dark Side" erhielt er 2008 den Oscar für den besten Dokumentarfilm. In "Musk" geht es entsprechend nicht nur darum, die Stationen einer Karriere nachzuerzählen. Der Film untersucht vor allem, wie Elon Musk sein öffentliches Bild aufgebaut hat und welche Macht inzwischen mit diesem Bild verbunden ist.

Der amerikanische Kinostart ist für Oktober 2026 vorgesehen. Für Deutschland und Österreich gibt es derzeit noch keinen eindeutig bestätigten regulären Starttermin.

Die ungewöhnlichsten Stimmen kommen aus Musks Privatleben

Der interessanteste Teil der Dokumentation scheint dabei nicht aus den bekannten Geschichten rund um Tesla oder SpaceX zu bestehen.

In einem Bericht über den Film hebt WIRED vor allem zwei Personen hervor: Justine Wilson und Ashley St. Clair.

Beide verbindet mit Musk nicht nur eine öffentliche, sondern auch eine sehr persönliche Geschichte.

Justine Wilson war von 2000 bis 2008 mit Elon Musk verheiratet. Gemeinsam bekamen sie sechs Kinder, wobei ihr erster Sohn Nevada im Säuglingsalter starb. Wilson spricht in der Dokumentation über ihre Ehe, ihre Erfahrungen mit Musk und über Konflikte innerhalb der Familie.

Besonders deutlich wird das dort, wo öffentliche Aussagen Musks unmittelbar auf private Erfahrungen seiner Familie treffen.

Ein Beispiel ist Musks Verhältnis zu seiner Tochter Vivian Jenna Wilson. Musk erklärte wiederholt öffentlich, sie sei sinngemäß durch einen "woke mind virus" verloren gegangen. Justine Wilson kritisiert diese Formulierung in der Dokumentation vor dem Hintergrund des tatsächlichen Verlusts ihres gemeinsamen ersten Kindes.

Solche Momente verändern den Blickwinkel. Die Geschichte handelt plötzlich weniger vom exzentrischen Tech-Unternehmer und stärker von den Konsequenzen, die seine öffentliche Kommunikation für Menschen in seinem direkten Umfeld haben kann.

Ashley St. Clair erhebt schwere Vorwürfe

Auch Ashley St. Clair kommt ausführlich zu Wort.

St. Clair machte Anfang 2025 öffentlich, dass Musk der Vater ihres Sohnes sei. Später entwickelte sich daraus ein öffentlich ausgetragener Konflikt um Vaterschaft, Sorgerecht und finanzielle Unterstützung.

In "Musk" beschreibt St. Clair ihre Beziehung zu Musk und erhebt mehrere Vorwürfe gegen ihn. Sie behauptet unter anderem, dass ihr eine Geheimhaltungsvereinbarung im Wert von 40 Millionen US-Dollar angeboten worden sei. Außerdem wirft sie Musk vor, finanzielle Unterstützung reduziert zu haben.

Diese Aussagen sind als Aussagen und Vorwürfe der Beteiligten zu verstehen. Eine Dokumentation ersetzt bei solchen Konflikten keine unabhängige Beweisführung oder gerichtliche Klärung.

Gerade diese Einordnung ist wichtig, weil "Musk" offensichtlich keine klassische, neutrale Biografie sein will. Gibney setzt bewusst kritische Stimmen ein, um das öffentliche Bild Musks mit persönlichen Erfahrungen zu konfrontieren.

Musk selbst hat den Film öffentlich als "hit piece" bezeichnet. Sein Anwalt drohte Berichten zufolge bereits vor der breiteren Veröffentlichung mit rechtlichen Schritten.

Warum das Familienleben hier mehr als Promi-Klatsch ist

Bei einem der reichsten Menschen der Welt über Beziehungen, Trennungen und Kinder zu berichten, kann schnell wie Boulevardjournalismus wirken.

Im Fall von Elon Musk ist die Grenze komplizierter.

Musk äußert sich selbst regelmäßig öffentlich zu Geburtenraten, Bevölkerungspolitik und Familienplanung. Gleichzeitig werden Teile seines Privatlebens über Social Media ausgetragen.

Justine Wilson, Grimes, Shivon Zilis und Ashley St. Clair haben in unterschiedlichen Situationen öffentlich auf Aussagen Musks reagiert oder Einblicke in ihre Beziehungen mit ihm gegeben.

Dadurch wird das Private teilweise selbst Bestandteil der öffentlichen Figur Elon Musk.

Die Dokumentation nutzt diese Ebene offenbar, um eine größere Frage zu stellen: Wie verhält sich ein Mensch, der enorme wirtschaftliche, technologische und inzwischen auch politische Macht besitzt, gegenüber Personen, die ihm persönlich nahestehen?

Das ist deutlich relevanter als die Frage, wer mit wem zusammen war.

Die bekannte Tech-Geschichte bleibt trotzdem Teil der Doku

Natürlich beschäftigt sich "Musk" auch mit den Themen, die man von einer Elon-Musk-Dokumentation erwartet.

Der Film behandelt seine Karriere im Silicon Valley, Tesla und autonomes Fahren, SpaceX und die Mars-Pläne, seine Übernahme von Twitter sowie seinen politischen Einfluss während Donald Trumps zweiter Amtszeit.

Auch Musks Rolle rund um das Department of Government Efficiency, kurz DOGE, ist Teil der Dokumentation.

Damit bewegt sich der Film zwangsläufig zwischen Technologie, Wirtschaft und Politik.

Viele dieser Geschichten sind allerdings bereits ausführlich dokumentiert worden. Wer Musks Karriere in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dürfte hier wenig grundlegend Neues erfahren.

Genau deshalb fallen die persönlichen Interviews stärker auf.

Sie ergänzen eine Geschichte, die sonst häufig über Börsenwerte, Raketenstarts, Produktankündigungen und politische Posts erzählt wird.

Das eigentliche Thema ist Musks öffentliche Inszenierung

Interessant ist deshalb auch die Grundidee hinter Gibneys Dokumentation.

Elon Musk ist nicht nur Unternehmer. Er ist gleichzeitig eine Medienfigur, die ihre eigene Erzählung permanent mitproduziert.

Produktvorstellungen werden zu Shows. Firmenziele werden direkt über X kommuniziert. Politische Positionen, Personalentscheidungen und teilweise sogar private Konflikte spielen sich öffentlich ab.

Diese Form der direkten Kommunikation hat Musk über Jahre geholfen, ein außergewöhnlich starkes persönliches Narrativ aufzubauen.

Er erscheint darin nicht einfach als CEO, sondern je nach Perspektive als Ingenieur, Erfinder, Visionär, Provokateur oder politischer Akteur.

"Musk" versucht offenbar, genau diese Erzählung auseinanderzunehmen.

Dafür sind ehemalige Mitarbeiter, Journalisten oder Branchenkenner wichtig. Menschen aus Musks unmittelbarem privaten Umfeld besitzen aber einen anderen Blickwinkel. Sie haben nicht nur seine Unternehmen oder öffentlichen Aussagen beobachtet, sondern den Menschen hinter dieser Inszenierung erlebt.

Das macht ihre Aussagen für den Film so zentral.

Eine Dokumentation bleibt eine Perspektive

Trotzdem sollte man "Musk" nicht mit einer vollständigen Biografie verwechseln.

Schon die Auswahl der Interviewpartner bestimmt, welche Geschichte entsteht. Ein fast vierstündiger Film kann sehr umfangreich sein, bleibt aber trotzdem eine redaktionell zusammengestellte Darstellung.

Gerade bei den persönlichen Konflikten ist deshalb entscheidend, zwischen dokumentierten Ereignissen, öffentlichen Aussagen und Vorwürfen einzelner Beteiligter zu unterscheiden.

Das macht die Aussagen von Wilson oder St. Clair nicht irrelevant. Im Gegenteil. Sie liefern eine Perspektive, die bei der Betrachtung mächtiger Unternehmer häufig fehlt.

Man sollte sie nur nicht automatisch mit abschließend geklärten Tatsachen gleichsetzen.

Warum "Musk" trotzdem spannend werden könnte

Über Elon Musks Unternehmen wurde bereits enorm viel geschrieben.

Wir kennen die Erfolgsgeschichten. Wir kennen gescheiterte Versprechen. Wir kennen die Konflikte rund um Tesla, X, SpaceX und seine politischen Aktivitäten.

Was schwieriger zu beobachten ist, sind die Mechanismen hinter der öffentlichen Figur.

Genau dort könnte Gibneys Dokumentation ihren interessantesten Punkt haben.

Nicht die Frage, ob Elon Musk ein guter Unternehmer, Ingenieur oder Politiker ist, steht dann im Mittelpunkt. Sondern wie ein Mensch mit außergewöhnlich viel wirtschaftlicher, medialer und politischer Macht mit seiner Umgebung umgeht.

Dafür braucht es keine weitere Geschichte über Raketen oder Elektroautos.

Manchmal reichen die Menschen, die ihm am nächsten standen.

FAQ

Wie heißt die neue Elon-Musk-Dokumentation?

Die Dokumentation heißt "Musk" und stammt vom Oscar-prämierten Dokumentarfilmer Alex Gibney.

Wie lang ist die Elon-Musk-Doku "Musk"?

Die bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigte Fassung läuft 225 Minuten plus Pause. Andere Kinoangaben führen eine Laufzeit von rund 3 Stunden und 52 Minuten.

Wer kommt in der Dokumentation "Musk" zu Wort?

Unter anderem kommen Justine Wilson, Ashley St. Clair, Kara Swisher, Martin Eberhard, Zoë Schiffer und Geoffrey Hinton zu Wort.

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