Anbernic RG DS Plus: Specs, Preis und Release

Der Anbernic RG DS Plus setzt auf zwei 4,3-Zoll-Displays, Linux und 4x-Scaling. Was zu Specs, Preis und Release bekannt ist

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Anbernic RG DS Plus: Specs, Preis und Release

Der Anbernic RG DS Plus soll das Nintendo-DS-Erlebnis mit zwei größeren Displays, Linux und integriertem Stylus verbessern. Vor allem die neue Auflösung ist für Emulation interessant.

Anbernic RG DS Plus in Rosa mit zwei Displays und Stylus

Anbernic RG DS Plus – was ist neu?

Mit dem RG DS Plus überarbeitet Anbernic seinen noch jungen Dual-Screen-Handheld RG DS. Das grundlegende Konzept bleibt bestehen: Zwei übereinander angeordnete Displays sollen Spiele und Anwendungen abbilden, die ursprünglich für Systeme wie den Nintendo DS entwickelt wurden.

Statt einfach nur einen leistungsfähigeren Chip einzubauen, verändert Anbernic beim Plus-Modell vor allem die Bereiche, die bei einem solchen Gerät im Alltag tatsächlich auffallen.

Die Displays werden größer und höher aufgelöst, das Scharnier wurde überarbeitet, der Stylus bekommt einen festen Platz im Gehäuse und die Software konzentriert sich stärker auf die Nutzung mit zwei Bildschirmen.

Besonders relevant für Emulation ist allerdings die neue Auflösung.

Zwei 4,3-Zoll-Displays mit 1024 × 768 Pixeln

Der bisherige RG DS verwendet zwei 4,0-Zoll-Displays mit jeweils 640 × 480 Pixeln. Beim RG DS Plus wächst die Diagonale auf 4,3 Zoll. Gleichzeitig steigt die Auflösung beider Bildschirme auf 1024 × 768 Pixel.

Das klingt zunächst wie ein normales Display-Upgrade. Für Nintendo-DS-Spiele hat die konkrete Auflösung aber einen zusätzlichen Vorteil.

Der originale Nintendo DS arbeitet mit 256 × 192 Pixeln pro Display.

1024 × 768 Pixel entsprechen exakt der vierfachen horizontalen und vertikalen Auflösung:

  • 256 × 4 = 1024
  • 192 × 4 = 768

Damit lässt sich jeder ursprüngliche Bildpunkt auf ein gleichmäßiges Raster von 4 × 4 Pixeln des neuen Displays übertragen. Insgesamt werden aus einem ursprünglichen Pixel also 16 Display-Pixel.

Anbernic bezeichnet das als “4x Pixel Perfect Scaling”.

Beim normalen RG DS ergibt sich mit 640 × 480 Pixeln dagegen ein Skalierungsfaktor von 2,5. Das Bild passt zwar ebenfalls exakt auf das Seitenverhältnis, die Skalierung erfolgt aber nicht in ganzzahligen Schritten.

Gerade bei Pixelgrafik können ganzzahlige Skalierungsfaktoren deshalb interessant sein. Kanten und Pixelstrukturen lassen sich ohne ungleichmäßige Pixelgrößen darstellen.

Für einen Handheld, dessen wichtigstes Einsatzgebiet die Nintendo-DS-Bibliothek sein dürfte, ist das vermutlich eine sinnvollere Verbesserung als eine deutlich höhere Auflösung ohne Bezug zur ursprünglichen Hardware.

Anbernic RG DS Plus Specs im Überblick

Eine vollständige technische Spezifikation hat Anbernic bislang noch nicht veröffentlicht. Die bereits bestätigten beziehungsweise gezeigten Eigenschaften sehen so aus:

EigenschaftAnbernic RG DS Plus
Displays2 × 4,3 Zoll
Auflösung2 × 1024 × 768 Pixel
DS-Skalierung4x Integer Scaling
BetriebssystemLinux
TouchTouch-Steuerung auf dem unteren Display
Styluskapazitiver Stylus, im Gehäuse verstaubar
Scharnierstufenlos von 15° bis 180°
Screen Swapunterstützt
Shader76 integrierte Optionen
Save Statesunterstützt
Echtzeituhrunterstützt
Mikrofonunterstützt
Cheatsunterstützt
FarbenMattschwarz, Korallenrosa, Metallic-Blau
ProzessorBerichten zufolge Rockchip RK3568
PreisBerichten zufolge unter 100 US-Dollar
Releasenoch nicht offiziell angekündigt

Vor allem bei Prozessor, Arbeitsspeicher, internem Speicher und weiteren Hardwaredetails lohnt es sich, die endgültige Produktseite abzuwarten.

Linux statt Android als Mittelpunkt

Auch bei der Software verändert Anbernic die Ausrichtung.

Der bisherige RG DS wird offiziell mit Android 14 und Linux angeboten. Beim RG DS Plus stellt Anbernic dagegen eine speziell auf zwei Displays ausgelegte Linux-Oberfläche in den Vordergrund.

Dazu gehören Funktionen wie das schnelle Tauschen der beiden Bildschirminhalte, Touch-Eingaben über das untere Display, Save States, eine Echtzeituhr, Mikrofonunterstützung und Cheats.

Außerdem stehen laut Hersteller 76 Shader zur Verfügung.

Das klingt weniger spektakulär als ein Wechsel auf deutlich leistungsfähigere Hardware, könnte für den praktischen Einsatz aber wichtiger sein. Dual-Screen-Geräte stellen Emulatoren und Benutzeroberflächen vor zusätzliche Anforderungen. Spielebibliothek, Touch-Steuerung und die Zuordnung der beiden Bildschirme müssen ohne ständiges Wechseln durch Menüs funktionieren.

Genau hier versucht Anbernic beim RG DS Plus offenbar stärker anzusetzen.

In Berichten rund um die Vorstellung taucht außerdem ein auf Nintendo DS zugeschnittener Emulator beziehungsweise eine Software namens “NNDDSS” auf. Wie diese technisch aufgebaut ist und auf welcher bestehenden Emulator-Technik sie möglicherweise basiert, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Der Stylus bekommt endlich einen festen Platz

Der bisherige RG DS unterstützt bereits einen kapazitiven Stylus und Anbernic liefert einen entsprechenden Eingabestift mit.

Das Problem ist eher dessen Aufbewahrung.

Beim RG DS Plus lässt sich der Stylus direkt im Gehäuse verstauen. Damit nähert sich das Gerät funktional stärker dem ursprünglichen Nintendo-DS-Konzept an.

Das klingt nach einem Detail, ist für Spiele mit regelmäßiger Touch-Eingabe aber durchaus relevant. Ein externer Stylus, den man separat transportieren muss, ist bei einem mobilen Gerät schnell unpraktisch.

Der integrierte Stylus gehört deshalb zu den Änderungen, die auf dem Datenblatt unscheinbar wirken, bei der täglichen Nutzung aber einen größeren Unterschied machen könnten.

Neues Scharnier mit 15 bis 180 Grad

Auch das Scharnier wurde überarbeitet.

Laut Anbernic kann das neue Doppellegierungs-Scharnier stufenlos zwischen 15 und 180 Grad positioniert werden. Der obere Bildschirm soll damit nicht nur an wenigen festgelegten Positionen einrasten.

Der Hersteller beschreibt die Konstruktion außerdem als stabiler und gleichmäßiger als beim Vorgänger.

Wie gut das tatsächlich funktioniert, lässt sich anhand eines Produktvideos natürlich nicht beurteilen. Gerade bei einem Clamshell-Handheld gehört das Scharnier zu den Bauteilen, deren Qualität sich erst nach längerer Nutzung sinnvoll einschätzen lässt.

Die stufenlose Positionierung ist unabhängig davon ein interessantes Konzept. Je nach Sitzposition, Tischhöhe oder Lichteinfall kann der Winkel des oberen Displays angepasst werden.

RG DS Plus vs. RG DS

Die bislang bekannten Unterschiede zeigen recht deutlich, wohin Anbernic mit dem neuen Modell will.

 RG DSRG DS Plus
Displaygröße2 × 4,0 Zoll2 × 4,3 Zoll
Auflösung640 × 4801024 × 768
DS-Skalierung2,5x4x
BetriebssystemAndroid 14 / LinuxFokus auf Linux
Stylusexternim Gehäuse integriert
Scharnierklassisches Klappscharnierstufenlos 15° bis 180°
ProzessorRK3568Berichten zufolge RK3568

Das “Plus” steht damit nicht unbedingt für wesentlich mehr Rechenleistung.

Der RG DS Plus wirkt bisher vielmehr wie eine überarbeitete Variante, bei der Anbernic einige Schwächen und Eigenheiten des ersten Modells gezielt korrigiert.

Warum der RK3568 trotzdem sinnvoll sein kann

Laut Retro Handhelds soll ein Anbernic-Vertreter bestätigt haben, dass weiterhin ein Rockchip RK3568 verwendet wird. Auch der normale RG DS setzt auf diesen Quad-Core-Chip mit vier Cortex-A55-Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 2 GHz.

Wer auf einen großen Leistungssprung gehofft hat, dürfte davon zunächst enttäuscht sein.

Für die eigentliche Zielsetzung des Geräts muss das aber kein Nachteil sein.

Der RG DS Plus scheint nicht als möglichst leistungsfähiges Gaming-Handheld entwickelt worden zu sein. Stattdessen optimiert Anbernic das Gerät offensichtlich stärker für Nintendo DS und andere Systeme, die mit der vorhandenen Hardware gut abgedeckt werden können.

Ein schnellerer SoC würde insbesondere für Nintendo-3DS-Emulation neue Möglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig würden wahrscheinlich Preis, Stromverbrauch und gegebenenfalls Kühlungsbedarf steigen.

Das aktuelle Konzept wirkt deshalb eher wie ein spezialisierter DS-Handheld als wie ein günstiger Ersatz für einen Nintendo 3DS.

Kann der Anbernic RG DS Plus Nintendo 3DS emulieren?

Hier sollte man zwischen “technisch einzelne Spiele starten können” und “für eine Plattform ausgelegt sein” unterscheiden.

Der RK3568 des bisherigen RG DS kann unter bestimmten Bedingungen einzelne 3DS-Titel ausführen. Die Leistungsreserven reichen aber nicht aus, um daraus einen verlässlichen 3DS-Handheld für die gesamte Spielebibliothek zu machen.

Sollte der RG DS Plus tatsächlich denselben Chip verwenden, ändert die höhere Displayauflösung daran grundsätzlich nichts.

Auch das Design deutet nicht darauf hin, dass 3DS-Emulation das eigentliche Ziel ist. Anbernic hebt bei der Vorstellung ausdrücklich die native Auflösung des Nintendo DS, die 4x-Skalierung und die für zwei Bildschirme entwickelte Software hervor.

Wer primär Nintendo-3DS-Spiele emulieren möchte, sollte den RG DS Plus deshalb nicht aufgrund seiner beiden Displays mit einem leistungsfähigeren 3DS-Handheld gleichsetzen.

Anbernic RG DS Plus: Preis und Release

Einen offiziellen Veröffentlichungstermin für den RG DS Plus gibt es derzeit noch nicht.

Auch auf Anbernics Website ist bislang keine vollständige Produktseite mit finaler Ausstattung und Verkaufspreis verfügbar.

Beim Preis gibt es zumindest einen konkreten Hinweis. Retro Handhelds berichtet, dass ein Anbernic-Vertreter einen Verkaufspreis von “unter 100 US-Dollar” bestätigt habe.

Das würde zum bisherigen RG DS passen. Dieser wird von Anbernic regulär für 99,99 US-Dollar angeboten.

Wie hoch der endgültige Preis des RG DS Plus in Europa ausfällt, ist damit allerdings noch offen. Versand, Steuern und die jeweilige Bezugsquelle können den tatsächlichen Endpreis verändern.

Wer den Anbernic RG DS Plus kaufen möchte, muss deshalb noch auf den offiziellen Verkaufsstart warten.

Für wen ist der RG DS Plus interessant?

Der RG DS Plus wirkt bisher vor allem für Nutzer interessant, die gezielt nach einem modernen Gerät für Nintendo-DS-Emulation suchen.

Zwei echte Displays sind bei dieser Plattform ein erheblicher Vorteil gegenüber klassischen Retro-Handhelds mit nur einem Bildschirm. Zwar können Emulatoren beide DS-Displays nebeneinander oder untereinander auf einem einzelnen Bildschirm darstellen, das ursprüngliche Bedienkonzept lässt sich damit aber nur eingeschränkt nachbilden.

Der RG DS Plus kombiniert dagegen zwei Bildschirme mit Touch-Eingabe, integriertem Stylus und einem Klappgehäuse.

Gleichzeitig bleibt das Gerät ein Emulations-Handheld und kein Ersatz für originale Nintendo-Hardware in jedem Detail. Wie gut Displayqualität, Eingabeverzögerung, Scharnier, Akkulaufzeit und die neue Linux-Oberfläche tatsächlich funktionieren, lässt sich erst mit der finalen Hardware beurteilen.

Wer bei einem Dual-Screen-Handheld mehr Leistung und insbesondere bessere 3DS-Emulation sucht, landet schnell beim AYN Thor. Auch er setzt auf zwei Displays, verfolgt technisch aber einen anderen Ansatz: Android, deutlich mehr Leistungsreserven und ein breiteres Spektrum an emulierbaren Systemen. Der RG DS Plus wirkt dagegen bisher stärker auf klassische Nintendo-DS-Emulation und einen niedrigeren Preis zugeschnitten.

Fazit – ein ungewöhnlich zielgerichtetes Upgrade

Der Anbernic RG DS Plus ist auf dem Papier kein großer Generationssprung.

Der Prozessor soll unverändert bleiben und auch das grundlegende Dual-Screen-Konzept kennen wir bereits vom RG DS.

Interessant wird das Plus-Modell durch die Summe kleinerer Änderungen.

Die beiden 1024 × 768 Displays passen mit ihrem exakten 4x-Skalierungsfaktor ungewöhnlich gut zur ursprünglichen Nintendo-DS-Auflösung. Der Stylus verschwindet endlich im Gehäuse, das Scharnier wird flexibler und die Software soll stärker auf die Bedienung mit zwei Bildschirmen zugeschnitten sein.

Anstatt den RG DS einfach mit mehr Rechenleistung auszustatten, scheint Anbernic das Gerät stärker auf seinen eigentlichen Einsatzzweck zuzuschneiden.

Ob daraus tatsächlich einer der interessantesten Handhelds für Nintendo-DS-Emulation wird, hängt jetzt vor allem von der finalen Software, der Verarbeitung und dem tatsächlichen Verkaufspreis ab.

FAQ

Was ist der Anbernic RG DS Plus?

Der Anbernic RG DS Plus ist ein Dual-Screen-Retro-Handheld mit zwei 4,3-Zoll-Displays, Linux, Touch-Bedienung und integriertem Stylus. Das Gerät ist vor allem auf Nintendo-DS-Emulation ausgerichtet.

Wann erscheint der Anbernic RG DS Plus und was kostet er?

Einen offiziellen Release-Termin hat Anbernic noch nicht genannt. Laut Retro Handhelds soll ein Anbernic-Vertreter einen Preis von unter 100 US-Dollar bestätigt haben.

Kann der Anbernic RG DS Plus Nintendo-3DS-Spiele emulieren?

Der RG DS Plus ist nicht als 3DS-Handheld positioniert. Berichten zufolge bleibt Anbernic beim RK3568 des Vorgängers und konzentriert sich vor allem auf Nintendo-DS-Emulation.

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