Brave Email Aliases – E-Mail-Adresse im Browser verstecken
Brave 1.94 erzeugt E-Mail-Aliase direkt im Browser und schützt damit die eigene Adresse bei Registrierungen vor Tracking und Spam
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Brave integriert ab Version 1.94 E-Mail-Aliase direkt in den Browser. Sie verbergen die eigene Adresse bei Registrierungen und erschweren damit Spam und serverseitiges Tracking
Was Brave Email Aliases macht
Wer sich bei einem Onlineshop, Newsletter oder einer anderen Website registriert, hinterlegt dabei häufig seine E-Mail-Adresse. Das ist praktisch, weil Bestätigungen, Rechnungen oder Benachrichtigungen irgendwo ankommen müssen. Gleichzeitig wird die Adresse damit zu einem relativ dauerhaften Identifikator.
Brave versucht dieses Problem mit “Email Aliases” zu umgehen. Statt der persönlichen E-Mail-Adresse kann für eine Website eine zusätzliche Adresse erzeugt werden. Nachrichten an diese Adresse leitet Brave anschließend an das eigentliche Postfach weiter.
Die Website kennt damit nur den Alias.
Für Nutzer ändert sich im Alltag vergleichsweise wenig. Es muss kein zusätzliches E-Mail-Postfach regelmäßig geöffnet werden. Antworten und Benachrichtigungen landen weiterhin im normalen Posteingang.
Das Konzept ist nicht neu. Interessant ist bei Brave vor allem die direkte Integration in den Browser.
Warum ein Trackerblocker allein nicht ausreicht
Brave blockiert bereits viele klassische Tracking-Mechanismen und isoliert Daten wie Cookies, Cache und andere Browser-Zustände zwischen Websites.
Das löst allerdings nicht jedes Tracking-Problem.
Eine E-Mail-Adresse verlässt den Browser. Sobald sie bei einer Website gespeichert wurde, können Unternehmen sie auf ihren eigenen Servern weiterverarbeiten. Wer dieselbe Adresse bei mehreren Diensten verwendet, schafft damit einen stabilen gemeinsamen Identifikator.
Ein einfaches Beispiel: Ein Nutzer registriert sich bei einem Shop mit derselben Adresse, die bereits bei einem sozialen Netzwerk hinterlegt ist. Über entsprechende Werbe- und Matching-Systeme kann die Adresse theoretisch genutzt werden, um Datensätze miteinander zu verbinden.
Ob im Browser ein Tracker blockiert wurde, spielt bei einem solchen serverseitigen Abgleich keine entscheidende Rolle.
Genau hier setzt Brave an. Bekommt jeder Dienst eine andere Alias-Adresse, lässt sich die persönliche E-Mail-Adresse nicht mehr ohne Weiteres als gemeinsamer Schlüssel verwenden.
Das ist ein sinnvoller zusätzlicher Baustein für mehr Privacy, ersetzt aber keine anderen Schutzmaßnahmen.
So lassen sich die Aliase einrichten
Die Funktion ist seit Brave 1.94 in der Desktop-Version verfügbar.
Zunächst wird ein kostenloser Brave Account benötigt. Dieser Account ist von einem bestehenden Brave-Premium-Konto getrennt.
Die Einrichtung erfolgt über:
brave://settings/email-aliases
Dort lässt sich ein Brave Account erstellen beziehungsweise anmelden. Als Hauptadresse wird die eigene E-Mail-Adresse hinterlegt, an die später alle Nachrichten weitergeleitet werden.
Anschließend kann Brave beim Anklicken eines E-Mail-Feldes auf einer Website anbieten, einen neuen Alias zu erzeugen.
Falls die Option nicht automatisch erscheint, kann das E-Mail-Feld mit der rechten Maustaste angeklickt und “New Email Alias” ausgewählt werden.
Die vorhandenen Aliase lassen sich ebenfalls über die Einstellungen verwalten:
Settings > Autofill & Passwords > Email Aliases
Dadurch bleibt nachvollziehbar, welche Adresse für welchen Dienst verwendet wurde.
Was passiert mit dem Passwort des Brave Accounts?
Für die neuen Accounts verwendet Brave das kryptografische Protokoll OPAQUE, das als RFC 9807 standardisiert ist.
Das Besondere daran: Das Passwort selbst wird bei der Anmeldung laut Brave nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Das gilt auch für einen klassischen Passwort-Hash.
Damit soll unter anderem das Risiko reduziert werden, dass auf einem Server gespeicherte Passwortdaten später aus einer kompromittierten Datenbank ausgelesen und offline angegriffen werden können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Brave Account automatisch vor jedem Angriff geschützt ist. Phishing oder ein schwaches Passwort bleiben beispielsweise weiterhin mögliche Probleme.
Welche Daten sieht Brave?
Ganz ohne Vertrauen in einen zusätzlichen Dienst funktioniert eine Weiterleitung von E-Mails nicht.
Brave speichert die mit dem Account verknüpfte Hauptadresse und die erzeugten Aliase. Nach Angaben des Unternehmens werden diese Daten verschlüsselt gespeichert.
E-Mails müssen außerdem über die Infrastruktur von Brave weitergeleitet werden. Dabei werden sie automatisiert auf Spam und Schadsoftware geprüft. Brave gibt an, die Inhalte darüber hinaus nicht zu lesen.
Nach erfolgreicher Zustellung werden Nachrichten laut Brave innerhalb weniger Sekunden von den Servern entfernt. Bei temporären Zustellproblemen, etwa einem vollen Postfach, können Nachrichten allerdings für erneute Zustellversuche bis zu 24 Stunden vorgehalten werden.
Für die Infrastruktur der Email Aliases nutzt Brave nach eigenen Angaben Amazon Web Services.
Notizen, die Nutzer zu einzelnen Alias-Adressen hinterlegen, bleiben lokal auf dem Gerät. Werden sie über Brave Sync synchronisiert, sollen sie Ende-zu-Ende-verschlüsselt zwischen den beteiligten Geräten übertragen werden.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem vollständig lokalen Feature: Für die Weiterleitung selbst bleibt zwangsläufig eine Server-Infrastruktur notwendig.
Fünf Aliase sind kostenlos
Zum Start stellt Brave jedem Nutzer fünf E-Mail-Aliase kostenlos zur Verfügung.
Das reicht für einen ersten Test und einige ausgewählte Dienste. Wer konsequent für jede Website eine eigene Adresse verwenden möchte, erreicht diese Grenze allerdings schnell.
Brave hat bereits angekündigt, später eine Premium-Version anzubieten. Wie viele Aliase diese enthalten und was sie kosten wird, ist bislang nicht festgelegt.
Die Begrenzung macht die aktuelle Version daher eher zu einem Einstieg in das Konzept als zu einem vollständigen Ersatz für spezialisierte Alias-Dienste.
Was ein E-Mail-Alias nicht verhindert
Ein Alias macht eine Registrierung nicht anonym.
Eine Website kann weiterhin andere Informationen erhalten. Dazu gehören beispielsweise die IP-Adresse, Browser-Merkmale, Zahlungsinformationen oder Daten, die man freiwillig in einem Benutzerkonto hinterlegt.
Wer bei einem Onlineshop mit einem Alias bestellt und anschließend Name, Anschrift und Kreditkartendaten angibt, hat seine Identität natürlich nicht vollständig verborgen.
Der Alias erfüllt einen wesentlich konkreteren Zweck: Die persönliche E-Mail-Adresse wird nicht unnötig an weitere Dienste verteilt und kann schlechter als ein universeller Identifikator zwischen verschiedenen Plattformen verwendet werden.
Gleichzeitig bietet das Konzept einen praktischen Vorteil gegen Spam. Wird eine Alias-Adresse regelmäßig mit unerwünschten Nachrichten beliefert, kann sie deaktiviert werden, ohne die eigentliche E-Mail-Adresse ändern zu müssen.
Ein kleines Feature mit praktischem Nutzen
Email Aliases löst kein grundsätzlich neues Problem. Separate Alias-Dienste existieren schon länger.
Die direkte Integration in Brave senkt aber die Hürde deutlich. Eine neue Adresse kann dort erzeugt werden, wo sie benötigt wird, nämlich direkt im Registrierungsformular.
Gerade dieser kleine Unterschied kann im Alltag entscheidend sein. Datenschutzfunktionen werden wesentlich nützlicher, wenn sie keine zusätzlichen Arbeitsschritte verlangen.
Die Einschränkung auf fünf kostenlose Aliase ist derzeit noch deutlich spürbar. Für gelegentliche Registrierungen oder Dienste, denen man die persönliche Adresse bewusst nicht geben möchte, ist die Funktion dennoch interessant.
Noch wichtiger ist der Ansatz dahinter: Tracking endet nicht an der Grenze des Browsers. Cookies und Skripte zu blockieren hilft, aber personenbezogene Daten können anschließend auf Servern weiterverarbeitet und miteinander abgeglichen werden.
Eine für jeden Dienst unterschiedliche E-Mail-Adresse setzt genau an dieser Stelle an.
FAQ
Was sind Brave Email Aliases?
Brave Email Aliases sind zusätzliche E-Mail-Adressen, die Nachrichten an die eigene Hauptadresse weiterleiten. Websites erhalten dadurch nicht die persönliche E-Mail-Adresse.
Wie viele E-Mail-Aliase sind bei Brave kostenlos?
Zum Start können Nutzer bis zu fünf E-Mail-Aliase kostenlos erstellen. Brave plant zusätzlich eine kostenpflichtige Premium-Version.
Sind Brave Email Aliases auch auf dem Smartphone verfügbar?
Zum Start ist die Funktion in Brave ab Version 1.94 auf dem Desktop verfügbar. Eine mobile Version ist laut Brave geplant.


