Tesla ersetzt "Full Self-Driving" in Europa durch "Tesla Assisted Driving". Der neue Name macht die Rolle am Steuer deutlicher. Was sich ändert und was das für Deutschland und Österreich bedeutet.
Tesla benennt Full Self-Driving in Europa um
Tesla hat begonnen, sein bisher als "Full Self-Driving (Supervised)" vermarktetes Fahrerassistenzsystem in Europa unter dem Namen "Tesla Assisted Driving" zu präsentieren. Darüber berichtet DER STANDARD am 11. Oktober 2026.
Die Umstellung ist auf den Produktseiten von Tesla Deutschland und Tesla Österreich bereits sichtbar. Die bisherigen FSD-Adressen leiten auf Seiten mit dem neuen Namen weiter.
"Assisted Driving" bedeutet auf Deutsch "assistiertes Fahren". Tesla verwendet auf diesen deutschsprachigen Seiten allerdings die englische Bezeichnung. In den USA heißt das System weiterhin "Full Self-Driving (Supervised)". Der Zusatz "Supervised" bedeutet "überwacht".
Warum Tesla den Namen FSD ändert
Den konkreten Hintergrund beschreibt das deutsche Bundesverkehrsministerium in einer Mitteilung vom 6. Oktober 2026. Es bezeichnet den bisherigen Namen als "etwas irreführend", weil das System die Fahraufgabe nicht vollständig übernimmt. Tesla habe angeboten, es in "Tesla Assisted Driving" umzubenennen.
Die Änderung steht damit im Zusammenhang mit dem europäischen Genehmigungsverfahren. Nach Gesprächen mit Tesla im September will sich Verkehrsminister Steffen Bilger für eine zeitnahe europaweite Genehmigung einsetzen.
Dokumentiert ist also ein Umbenennungsangebot im Zuge dieser Gespräche. Die Mitteilung enthält keine bereits erteilte EU-weite Freigabe. Neben dem Namen behandelt sie auch technische Fragen und die fortbestehende Verantwortung der Person am Steuer.
Kann Tesla FSD autonom fahren?
Tesla Assisted Driving erfordert weiterhin eine aktive Überwachung durch den Fahrer. Das System kann je nach freigegebenem Funktionsumfang unter anderem beim Lenken, Beschleunigen, Bremsen, Spurwechseln und Abbiegen unterstützen. Tesla erklärt in seiner Dokumentation zur erweiterten Fahrassistenz, dass die Funktionen den Menschen am Steuer nicht ersetzen.
Für die Einordnung hilft der Begriff Level 2. Auf dieser Automatisierungsstufe kann ein System gleichzeitig Lenkung und Geschwindigkeit steuern. Der Mensch muss die Fahrt dennoch laufend überwachen. So beschreibt es auch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA.
Ob die Hände durchgehend am Lenkrad liegen müssen, ist dabei kein ausreichendes Unterscheidungsmerkmal. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW erläutert für die von ihr genehmigte FSD-Version, dass dauernder Lenkradkontakt nicht erforderlich ist. Die Hände müssen aber für eine sofortige Übernahme bereit sein, die Augen auf der Straße bleiben.
Die RDW nennt dafür ein anschauliches Beispiel: Während der Fahrt Zeitung zu lesen, ist mit diesem System ausdrücklich nicht erlaubt. Auch wenn das Fahrzeug gerade selbst lenkt, bleibt die Person am Steuer mit der Überwachung beschäftigt.
Ist Tesla Assisted Driving in Deutschland und Österreich verfügbar?
Stand 11. Oktober 2026 führt Tesla Deutschland und Österreich nicht in seiner Verfügbarkeitsliste für die erweiterte Fahrfunktion auf. In der niederländischen Supportdokumentation nennt das Unternehmen bereits mehrere andere EU-Länder, darunter die Niederlande, Belgien und Dänemark.
Dass auf einer deutschen oder österreichischen Produktseite der neue Name steht, bedeutet deshalb noch keine Freischaltung dieser Funktion.
Zusätzlich muss man auf den Zusatz "Basic" achten. Die deutschsprachigen Supportseiten für Deutschland und Österreich tragen bereits die Überschrift "Autopilot und Tesla Assisted Driving Basic". Dort nennt Tesla beispielsweise den Spurwechselassistenten, die Navigation auf Autobahnen sowie den Verkehrsampel- und Stoppschildassistenten. Der City-Lenkassistent wird weiterhin als zukünftige Funktion aufgeführt.
Für Interessenten sind damit drei Angaben entscheidend: das konkrete Paket, die für das eigene Fahrzeug verfügbaren Funktionen und deren regionale Freigabe. Aus dem neuen Namen allein ergibt sich kein Starttermin für zusätzliche Funktionen in Deutschland oder Österreich.
Was Tesla-Fahrer aus US-Videos ableiten können
Wer sich vor einem Kauf oder Update Videos von FSD ansieht, sollte den jeweiligen Markt berücksichtigen. Die RDW weist in ihrer Genehmigungserläuterung ausdrücklich darauf hin, dass europäische und amerikanische Fahrzeuge unterschiedliche Softwareversionen verwenden. Auch die Funktionen sind nicht eins zu eins vergleichbar.
Eine Vorführung aus den USA zeigt deshalb zunächst, was die dort eingesetzte Version unter den gezeigten Bedingungen tut. Welche Funktionen das eigene Auto bietet, lässt sich anhand der regionalen Produktbeschreibung, des Fahrzeughandbuchs und der tatsächlich freigeschalteten Software beurteilen.
Tesla nennt außerdem Fahrzeugkonfiguration, Hardware und Softwarestand als Faktoren für die Verfügbarkeit. Ein gemeinsamer Produktname macht diese Unterschiede nicht überflüssig.
Warum ein verständlicher Produktname wichtig ist
Ich halte den Namenswechsel aus UX-Sicht für sinnvoll. Ein Produktname sollte möglichst klar vermitteln, welche Aufgabe die Software übernimmt und welche Rolle beim Menschen bleibt. "Assisted Driving" beschreibt diese Unterstützung verständlicher als ein Begriff, der vollständige Selbstständigkeit nahelegt.
Gerade bei KI-Produkten sollten Bezeichnung und Nutzungserwartung zusammenpassen. Wer eine Funktion einschaltet, muss erkennen können, ob er ihre Arbeit dauerhaft kontrollieren soll.
Wie zuverlässig eine konkrete Softwareversion arbeitet, wie sie mit ihren Grenzen umgeht und unter welchen Bedingungen sie eingesetzt werden darf, muss unabhängig von ihrem Namen beurteilt werden.
FAQ
Warum heißt Tesla FSD jetzt "Tesla Assisted Driving"?
Tesla ändert die Bezeichnung auf europäischen Websites im Zuge des Genehmigungsverfahrens. Das deutsche Verkehrsministerium hatte den bisherigen Namen kritisiert, weil die Software die Fahraufgabe nicht vollständig übernimmt. Tesla bot daraufhin eine Umbenennung an.
Ist Tesla Assisted Driving autonomes Fahren?
Nein. Die Fahrassistenz kann verschiedene Fahraufgaben übernehmen, verlangt aber ständige Aufmerksamkeit und jederzeitige Eingriffsbereitschaft. Die Verantwortung für die Fahrzeugführung bleibt beim Fahrer.
Ist Tesla Assisted Driving in Deutschland und Österreich verfügbar?
Stand 11. Oktober 2026 stehen Deutschland und Österreich nicht in Teslas Verfügbarkeitsliste für die erweiterte Fahrfunktion. Die auf den deutschsprachigen Supportseiten beschriebenen Funktionen von "Tesla Assisted Driving Basic" sind davon zu unterscheiden.



