SAP ersetzt teure KI-Modelle: Zwei Milliarden Euro als Sparziel
SAP tauscht teure KI-Modelle gegen günstigere Alternativen aus. Warum die Modellwahl Milliarden bringen soll und was Kunden davon haben
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SAP ersetzt teure KI-Modelle durch günstigere Alternativen. Das soll innerhalb von zwei Jahren Milliarden bringen. Für Kunden stellt sich dabei die Frage, was sich bei Qualität und Preisen verändert.
Warum SAP günstigere KI-Modelle einsetzt
SAP will für eine Aufgabe zunehmend das günstigste Modell auswählen, das die nötige Qualität erreicht. Finanzvorstand Dominik Asam erklärte gegenüber Reuters, dass der Konzern dafür bereits besonders kostspielige Modelle in einzelnen Produkten ersetzt habe, darunter in einem internen Beratungsassistenten.
Der Konzern erwartet dadurch innerhalb der kommenden zwei Jahre mehr als zwei Milliarden Euro an Effizienzgewinnen. Das berichtet Reuters, hier veröffentlicht bei CNA. Es handelt sich um eine Erwartung, nicht um bereits nachgewiesene Einsparungen.
Der Ansatz macht eine praktische Frage sichtbar: Wie viel muss ein Modell können, damit eine konkrete Aufgabe zuverlässig erledigt wird?
Zwei Milliarden Euro Sparziel bedeuten keinen kleineren KI-Etat
Trotz günstigerer Modelle rechnet SAP insgesamt mit steigenden KI-Ausgaben, weil die Nutzung wachsen soll. Das Unternehmen will also die Kosten pro Aufgabe reduzieren und zugleich mehr Aufgaben mit KI bearbeiten. Im Mittelpunkt stehen bessere Margen bei wachsender Nutzung. Golem beschreibt diese Unterscheidung ebenfalls in seinem Bericht.
Das lässt sich mit einem vereinfachten Rechenbeispiel erklären: Halbieren sich die Modellkosten pro Vorgang, während sich die Zahl der Vorgänge verdreifacht, steigen die Gesamtkosten trotzdem um 50 Prozent. Gegenüber einer unveränderten Kostenstruktur wäre der Betrieb dennoch deutlich günstiger.
Aus dem Sparziel lässt sich deshalb kein sinkendes Gesamtbudget für KI ableiten.
Was der Modellwechsel für SAP-Kunden bedeutet
Laut Golem rechnet SAP die beschriebenen Funktionen über erledigte Aufgaben, Geschäftsaktionen oder Pakete ab. Einzelne Tokens, also die vom Modell verarbeiteten Texteinheiten, sind dabei nicht die Abrechnungseinheit für Kunden. Werden die zugrunde liegenden Modelle günstiger, sinken zunächst die Kosten auf SAP-Seite. Quelle: Golem
Eine allgemeine Preissenkung ist damit nicht angekündigt. Der wirtschaftliche Vorteil kann zunächst beim Anbieter bleiben.
Aus Kundensicht entscheidet sich der Nutzen deshalb im Arbeitsalltag: Bleiben Antworten brauchbar? Funktionieren bestehende Abläufe weiterhin zuverlässig? Wie häufig müssen Beschäftigte Ergebnisse korrigieren?
Ein niedrigerer Modellpreis allein beantwortet diese Fragen nicht. Wenn zusätzliche Nacharbeit entsteht, kann sie einen Teil des Kostenvorteils aufzehren. Das ist eine allgemeine betriebliche Überlegung, kein belegter Effekt des angekündigten SAP-Wechsels.
Qualität muss zur jeweiligen Aufgabe passen
Bei der Auswahl eines Modells hilft ein klar abgegrenzter Anwendungsfall. Eine kurze Zusammenfassung interner Texte und die Analyse eines komplizierten Fehlers stellen unterschiedliche Anforderungen.
Für die Softwareentwicklung ergibt sich daraus eine praktische Prüfliste:
- Erfüllt das Modell die Qualitätsanforderungen anhand realer Aufgaben?
- Wie oft sind Korrekturen oder erneute Anfragen nötig?
- Wie schnell liegt ein brauchbares Ergebnis vor?
- Was kostet der gesamte Ablauf einschließlich menschlicher Nacharbeit?
Diese Kriterien beschreiben eine sinnvolle Bewertung. Die Berichte legen nicht offen, mit welchen Tests SAP seine Wechsel im Einzelnen absichert. Die Aussage, dass die Leistung ausreicht, bleibt damit zunächst eine Angabe des Unternehmens.
Auch die Herkunft der Modelle beeinflusst die Auswahl
Neben Kosten und Qualität spielen Anforderungen an die Herkunft eine Rolle. Asam zufolge schließen staatliche Stellen und Unternehmen aus regulierten Branchen bestimmte Modelle aufgrund ihrer Herkunft aus. Europäische Kunden verlangten zudem verstärkt lokale Lösungen. Quelle: Reuters bei CNA
Für die Modellwahl bedeutet das: Ein günstiges Angebot muss auch zu den Vorgaben des jeweiligen Kunden passen. Was mit einer lokalen Lösung konkret gemeint ist, sollte dabei geklärt werden, etwa hinsichtlich Betrieb und Datenverarbeitung.
SAPs Vorgehen zeigt damit eine wirtschaftliche Seite des KI-Einsatzes: Entscheidend wird, zu welchen Kosten ein verlässliches Ergebnis entsteht. Ob die erwarteten Milliarden tatsächlich erreicht werden, muss sich erst zeigen. Für Kunden bleibt ebenso offen, ob sich die niedrigeren Betriebskosten später auch in den Preisen bemerkbar machen.
FAQ
Warum ersetzt SAP teure KI-Modelle?
SAP will die Kosten je erledigter Aufgabe senken. Günstigere Modelle sollen dort eingesetzt werden, wo sie die geforderte Qualität erreichen.
Wie viel will SAP durch günstigere KI-Modelle einsparen?
Laut Reuters erwartet SAP innerhalb von zwei Jahren mehr als zwei Milliarden Euro an Effizienzgewinnen. Das ist eine Erwartung, kein bereits erzieltes Ergebnis.
Werden SAP-Produkte dadurch günstiger?
Eine allgemeine Preissenkung ist damit nicht angekündigt. Sinkende Modellkosten können zunächst die Marge von SAP verbessern.

