SpaceX-Aktie: Short Interest steigt vor Quartalszahlen auf 34 Prozent
Die SpaceX-Aktie steht vor Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf unter Druck: Shortseller haben 34 Prozent des Free Floats leerverkauft
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Vor den ersten Quartalszahlen und der Freigabe von bis zu 911,5 Millionen Aktien steigt der Druck auf SpaceX. Rund 34 Prozent des Free Floats sind bereits leerverkauft.
SpaceX-Aktie: Short Interest steigt auf 34 Prozent
Die SpaceX-Aktie steht Anfang August 2026 vor zwei Terminen, die den Kurs deutlich bewegen könnten. Am 4. August soll SpaceX erstmals seit dem Börsengang Quartalszahlen veröffentlichen. Zwei Tage später könnten bis zu 911,5 Millionen bisher gesperrte Aktien für den Handel freigegeben werden.
Shortseller haben sich bereits entsprechend positioniert. Laut einem Bloomberg-Bericht bei Yahoo Finance waren am 29. Juli rund 219,3 Millionen SpaceX-Aktien leerverkauft. Das entsprach etwa 34 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands.
Der Wert dieser Positionen lag bei rund 24,6 Milliarden US-Dollar. Damit waren die Short-Wetten gegen SpaceX größer als die entsprechenden Positionen gegen Tesla.
Bemerkenswert ist vor allem das Tempo. Mitte Juni wurden zunächst 23,3 Millionen leerverkaufte Aktien gemeldet. Innerhalb von rund sechs Wochen hat sich die Zahl damit fast verzehnfacht.
Was bedeutet Short Interest?
Das Short Interest beschreibt die Anzahl der Aktien, die Anleger geliehen und anschließend verkauft haben. Sie setzen darauf, die Papiere später zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen und an den ursprünglichen Besitzer zurückzugeben.
Steigt der Aktienkurs stattdessen, entsteht ein Verlust. Da ein Kurs theoretisch unbegrenzt steigen kann, ist auch das Risiko einer Short-Position nicht auf den ursprünglichen Einsatz begrenzt.
Für die Einordnung ist nicht nur die absolute Zahl der leerverkauften Aktien wichtig. Entscheidend ist ihr Verhältnis zum Free Float. Damit ist jener Teil der Aktien gemeint, der tatsächlich frei an der Börse gehandelt werden kann.
Bei etablierten, sehr liquiden Aktien fällt eine größere Short-Position häufig weniger stark ins Gewicht. Bei SpaceX ist der frei handelbare Bestand bisher jedoch vergleichsweise klein. Deshalb können Käufe und Verkäufe den Kurs stärker bewegen.
Warum Shortseller vor dem Lock-up-Ablauf aktiv werden
Nach einem Börsengang dürfen frühe Investoren, Gründer und Mitarbeiter ihre Aktien häufig nicht sofort verkaufen. Diese Sperrfrist wird als Lock-up bezeichnet. Sie soll verhindern, dass direkt nach dem Börsenstart sehr viele Aktien gleichzeitig auf den Markt kommen.
Bei SpaceX könnte sich das Angebot am 6. August deutlich verändern. Aktuell sind laut S3 Partners rund 640 Millionen Aktien frei handelbar. Das entspricht ungefähr fünf Prozent aller ausgegebenen SpaceX-Aktien.
Mit dem ersten Lock-up-Ablauf könnten bis zu 911,5 Millionen weitere Aktien handelbar werden. Der Free Float würde sich damit rechnerisch mehr als verdoppeln. Sein Anteil an allen ausgegebenen Aktien könnte von rund fünf auf etwa zwölf Prozent steigen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche freigegebenen Aktien sofort verkauft werden. Frühere Anteilseigner können ihre Positionen weiterhin halten. Die mögliche Verkaufsmenge steigt jedoch deutlich.
Genau darauf zielt ein Teil der Short-Wetten ab. Die Verkäufer rechnen damit, dass das größere Angebot den Kurs belastet und die Quartalszahlen nicht ausreichen, um diesen Effekt auszugleichen.
Quartalszahlen am 4. August als Gegengewicht
Zwei Tage vor der Aktienfreigabe veröffentlicht SpaceX voraussichtlich seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen. Für Anleger ist das die erste Gelegenheit, die Erwartungen aus dem Börsengang mit aktuellen Geschäftszahlen abzugleichen.
Im Mittelpunkt dürften Umsatzwachstum, Profitabilität, Cashflow, Investitionen und der weitere Ausblick stehen. Bei SpaceX kommt hinzu, dass das Unternehmen mehrere kapitalintensive Bereiche gleichzeitig entwickelt. Dazu gehören Raketenstarts, das Starlink-Netzwerk und weitere technische Infrastruktur.
Auch Ausgaben im Umfeld von KI spielen bei der Bewertung eine Rolle. Reuters führte Sorgen über schuldenfinanzierte KI-Investitionen bereits Mitte Juli als einen Faktor für die Kursschwäche an.
Positive Zahlen oder ein überzeugender Ausblick könnten die hohe Zahl an Short-Positionen unter Druck setzen. Enttäuschende Ergebnisse würden dagegen die These der Leerverkäufer stützen.
SpaceX-Aktie seit dem Börsengang unter Druck
SpaceX ging am 12. Juni 2026 zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar an die Börse. Kurz nach dem Handelsstart stieg die Aktie bis auf 225,64 US-Dollar.
Danach setzte eine deutliche Korrektur ein. Am 31. Juli notierte die Aktie laut Bloomberg zeitweise bei 108,83 US-Dollar. Damit lag sie rund 19 Prozent unter dem Ausgabepreis und mehr als 50 Prozent unter ihrem bisherigen Höchststand.
Shortseller profitierten früh von dieser Entwicklung. Reuters berichtete bereits am 16. Juli über geschätzte Buchgewinne von 8,7 Milliarden US-Dollar. Statt Positionen zu schließen, bauten viele Marktteilnehmer ihre Wetten auf weitere Kursverluste aus.
Die Bewegung zeigt, wie schnell sich die Bewertung eines stark beachteten Börsengangs verändern kann. Das gilt besonders für Unternehmen, deren Zukunftserwartungen einen großen Teil des Aktienkurses bestimmen. SpaceX verbindet dabei die Dynamik eines früheren Startups mit der Bewertung eines der größten börsennotierten Technologieunternehmen.
Ist ein Short Squeeze bei SpaceX möglich?
Ein hohes Short Interest kann nicht nur zusätzlichen Verkaufsdruck anzeigen. Es kann auch die Grundlage für einen Short Squeeze bilden.
Steigt die Aktie überraschend stark, müssen manche Leerverkäufer ihre Positionen schließen. Dafür kaufen sie Aktien zurück. Diese zusätzliche Nachfrage kann den Kurs weiter antreiben und weitere Shortseller zum Rückkauf zwingen.
Bei SpaceX sprechen der bisher kleine Free Float und das hohe Short Interest grundsätzlich für eine erhöhte Anfälligkeit. Ein überzeugender Quartalsbericht, ein positiver Ausblick oder andere unerwartete Nachrichten könnten eine solche Bewegung auslösen.
Der Lock-up-Ablauf verändert diese Ausgangslage allerdings. Werden deutlich mehr Aktien handelbar, steigt das verfügbare Angebot. Das kann einen Short Squeeze erschweren, weil Leerverkäufer leichter Aktien zum Rückkauf finden.
Vor dem 6. August bleibt die Lage daher besonders angespannt. Danach dürfte die tatsächliche Zahl der verkauften freigegebenen Aktien entscheidend sein.
Was Anleger jetzt beobachten sollten
Die Höhe des Short Interest allein sagt nicht voraus, in welche Richtung sich die SpaceX-Aktie entwickelt. Sie zeigt vor allem, dass viele Marktteilnehmer mit weiteren Kursverlusten rechnen und zugleich ein erhebliches Risiko eingehen.
In den kommenden Tagen sind vier Punkte entscheidend:
- Quartalszahlen am 4. August: Entscheidend sind nicht nur Umsatz und Ergebnis, sondern auch der Ausblick.
- Freigabe am 6. August: Bis zu 911,5 Millionen Aktien könnten zusätzlich handelbar werden.
- Tatsächliche Verkäufe: Eine Freigabe bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Aktien auf den Markt gelangen.
- Reaktion der Shortseller: Steigt der Kurs, könnten Rückkäufe die Bewegung verstärken. Fällt er, könnten weitere Positionen aufgebaut werden.
Für private Anleger bleibt die SpaceX-Aktie damit schwer einzuschätzen. Die nächsten Kursbewegungen werden wahrscheinlich nicht allein von der operativen Entwicklung bestimmt. Auch Marktmechanik, Aktienangebot und kurzfristige Positionierungen spielen eine ungewöhnlich große Rolle.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar.
Fazit: SpaceX steht vor einer entscheidenden Börsenwoche
Das Short Interest der SpaceX-Aktie ist innerhalb weniger Wochen von 23,3 auf 219,3 Millionen Aktien gestiegen. Rund 34 Prozent des Free Floats sind inzwischen leerverkauft.
Am 4. August folgen die ersten Quartalszahlen. Am 6. August könnten bis zu 911,5 Millionen zusätzliche Aktien für den Handel freigegeben werden. Beide Ereignisse können den Kurs stark beeinflussen, allerdings in unterschiedliche Richtungen.
Shortseller setzen darauf, dass das zusätzliche Angebot schwerer wiegt als mögliche positive Nachrichten aus dem Quartalsbericht. Gleichzeitig erhöht die große Short-Position das Risiko einer kräftigen Gegenbewegung.
Für Anleger ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob die hohe Leerverkaufsquote grundsätzlich positiv oder negativ ist. Wichtiger ist, wie Quartalszahlen, Ausblick und tatsächliche Aktienverkäufe zusammenspielen.
Quellen
FAQ
Wie hoch ist das Short Interest der SpaceX-Aktie?
Am 29. Juli 2026 waren laut S3 Partners rund 219,3 Millionen SpaceX-Aktien leerverkauft. Das entsprach etwa 34 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands.
Wann veröffentlicht SpaceX seine ersten Quartalszahlen?
SpaceX soll seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen am 4. August 2026 veröffentlichen.
Was bedeutet der Lock-up-Ablauf bei SpaceX?
Ab dem 6. August 2026 könnten bis zu 911,5 Millionen zusätzliche Aktien handelbar werden. Dadurch würde das Angebot am Markt deutlich steigen.


